Prozess nach spektakulärem Freispruch

Freiheitsberaubung? Frau hält an Vergewaltigung fest

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„Die Tat habe ich sehr präsent im Gedächtnis“, sagte die 48-Jährige zum Auftakt des Prozesses.

Darmstadt - Nach dem Freispruch eines angeblichen Vergewaltigers geht der Prozess in eine neue Runde. Eine 48-Jährige muss sich wegen Freiheitsberaubung verantworten. Die Staatsanwältin geht zudem davon aus, „dass die ganze Geschichte frei erfunden ist“.

Auch nach dem spektakulären Freispruch des angeblichen Vergewaltigers hält das mutmaßliche Opfer aus Südhessen an den schweren Vorwürfen gegen den Mann fest. „Die Tat habe ich sehr präsent im Gedächtnis“, sagte die 48-Jährige zum Auftakt des Prozesses in Darmstadt, in dem sie sich seit heute wegen Freiheitsberaubung verantworten muss. Die besondere Tragik des Falls: Der frühere Kollege der Frau war wegen der Vorwürfe zu fünf Jahren Haft verurteilt und erst nach dieser Zeit hinter Gittern freigesprochen worden.

„Wir gehen davon aus, dass die ganze Geschichte frei erfunden ist“, sagte die Staatsanwältin zu Beginn der Verhandlung. Die Frau habe es lediglich auf den Posten des Biologielehrers abgesehen und deshalb die erfundene Vergewaltigungsgeschichte in die Welt gesetzt.

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Frei erfundene Vergewaltigung: Prozess

Ihr früherer Kollege an einer Schule in Südhessen war 2002 wegen Vergewaltigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, die er trotz seiner Unschuldbeteuerungen komplett absitzen musste. Erst in einem Wiederaufnahmeverfahren wurde er 2011 in Kassel vom Landgericht freigesprochen, wenig später starb der Lehrer an den Folgen eines Herzinfarktes im Saarland. (Az.: 331 Js 7379/08)

dpa

Quelle: op-online.de

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