Mutmaßlicher Islamist aus Oberursel weiter in U-Haft

Prozess nach Radrennen-Absage beginnt im Januar

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Sprengstoffexperten und Beamte der Spurensicherung arbeiten am 30.04.2015 in Oberursel vor einer Wohnung in einem Appartmentkomplex.

Frankfurt - Gegen den mutmaßlichen Islamisten aus Oberursel beginnt bald der Prozess vor dem Landgericht Frankfurt. Hatte der 35-Jährige einen Anschlag auf das Radrennen durch den Taunus geplant? Das Verfahren wird mit Spannung erwartet.

Mutmaßlicher Islamist bleibt in Haft

Islamistische Terrorgefahr: Anklage gegen 35-Jährigen

Zweifel an Anschlagsplänen

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Islamisten aus Oberursel wird voraussichtlich am 21. Januar vor dem Landgericht Frankfurt beginnen. Das verlautete am Dienstag aus Justizkreisen. Zuvor hatten bereits der Radiosender hr-Info, die "Bild"-Zeitung und die "Frankfurter Rundschau" über den Termin berichtet. Der Sprecher des Landgerichts, Werner Gröschel, bestätigte dies am Dienstag zunächst nicht.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 35-jährigen Anklage wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erhoben. Anders als die Staatsanwaltschaft sah das Oberlandesgericht (OLG) in seinem Haftprüfungsbeschluss Mitte November konkrete Anhaltspunkte dafür, dass es der Beschuldigte auf das traditionelle Radrennen am 1. Mai abgesehen hatte.Nach Informationen von hr-Info gehen auch die zuständigen Richter der Staatsschutzkammer am Landgericht davon aus.

Fragen und Antworten zum geplanten Bombenanschlag

Der Deutsche mit türkischen Wurzeln sitzt seit seiner Festnahme Ende April in Untersuchungshaft. Das Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" war vorsichtshalber wenige Stunden vor dem Start abgesagt worden.

Das OLG sah - anders als die Staatsanwaltschaft - nicht nur in den bei dem Mann gefundenen Waffen, gefährlichen Gegenständen und der Rohrbombe einen Beleg für die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sondern auch im Kauf des Wasserstoffperoxids. Die Chemikalie ist ein möglicher Baustein für Sprengkörper. Der Mann und seine Frau waren am 30. März aufgefallen, als sie drei Liter der Lösung in einem Frankfurter Baumarkt kauften. Dabei gaben sie falsche Personalien an.

Trotz Terrorangst: Radler starten beim Jedermann-Rennen

Nach den Feststellungen des OLG war der 35-Jährige fest entschlossen "aus dschihadistischen Motiven einen Anschlag auf das Leben einer Vielzahl in Deutschland lebender Menschen zu verüben und auf diese Weise die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen". Dafür spreche auch seine Einbindung in die islamistische Szene. Zudem seien bei dem Mann 37 von ihm mit Hand beschriebene Karteikarten gefunden worden, die Hinweise auf die Herstellung verschiedener Sprengkörper enthielten. Sie trugen Titel wie "Minenbomben", "irgendwas mit einer Explosion sprengen", "Dünger-Bombe" und "Sauerstoff Flaschen Bombe".

Dem Beschuldigten drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Seine Frau, eine Türkin, war Anfang Juli aus der U-Haft entlassen worden. Sie hatte ausgesagt, von den im Keller gelagerten Waffen und gefährlichen Gegenständen nichts gewusst und das Wasserstoffperoxid zur Schimmelbekämpfung gekauft zu haben. Diese Aussagen konnte die Staatsanwaltschaft nicht widerlegen. Das Paar hat zwei kleine Kinder.

dpa

Quelle: op-online.de

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