Versuchter Totschlag durch Unterlassen

Demente Mutter mit Staubsaugerrohr geschlagen

Frankfurt - Ein 65-Jähriger steht vor Gericht, weil er seine kranke Mutter nach einem Treppensturz liegengelassen hat. Der Mann war mit der Pflege seiner dementen Mutter wohl völlig überfordert. So schlug er auch mal mit einem Staubsaugerrohr zu.

Eine 88-Jährige stürzt von der Treppe, ihr Sohn lässt sie verletzt liegen und verlässt das Haus: Deshalb muss sich der 65-Jährige seit Mittwoch wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen am Landgericht Frankfurt verantworten. Zum Auftakt des Prozesses legte der Angeklagte ein Geständnis ab.

Er sei mit der Pflege seiner dementen Mutter völlig überfordert gewesen. Die Frau sei nachts immer in dem gemeinsamen Haus in Weilrod im Hochtaunuskreis herumgegeistert und schon mehrmals die Treppe hinuntergestürzt. Nach einem früheren Sturz habe sie sich energisch gegen seine Hilfe gewehrt. Da habe er sich nicht mehr zu helfen gewusst und habe seine Mutter mit einem Staubsaugerrohr geschlagen.

Nach dem letzten Sturz im Januar 2010 ließ der Mann die hilflose Verletzte einfach am Treppenabsatz liegen und ging zu einem nahen Aussichtsturm, um sich das Leben zu nehmen. Später ging er aber doch auf ein Polizeirevier. Die Mutter konnte gerettet werden, starb aber zwei Monate später an einer anderen Krankheit. In dem Prozess soll auch ein psychiatrischer Sachverständiger zu Wort kommen.

dpa

Quelle: op-online.de

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