Erstochene Türkin wollte neues Leben beginnen

+
Am Montag wurde die Leiterin eines Frauenhauses zur Trennung des Paares befragt.

Wiesbaden - Im Indizienprozess gegen einen türkischstämmigen Mann (39), der seine Ex-Frau mit 56 Messerstichen getötet haben soll, hat das Landgericht Wiesbaden das Umfeld des Opfers ausgeleuchtet.

Am Montag wurde die Leiterin eines Frauenhauses zur Trennung des Paares befragt. In die Einrichtung war die Frau zeitweise mit ihren beiden Töchtern geflüchtet, um den gewalttätigen Übergriffen des 39-Jährigen zu entgehen. Dann war sie in eine eigene Wohnung gezogen, in der ihre Kinder sie im Herbst 2009 blutüberströmt tot fanden.

„Wollte nach der Scheidung Schulbildung verbessern“

Der Verdacht fiel schnell auf den Ex-Mann. Er muss sich wegen Totschlags vor der Schwurgerichtskammer verantworten, bestreitet aber jede Schuld. „Sie wollte nach der Scheidung ihre Schulbildung verbessern und beruflich Fuß fassen, beispielsweise in der Gastronomie“, sagte die Zeugin. Sogar eine neue Partnerschaft habe sich die junge Frau vorstellen können, allerdings erst wenn ihre Töchter aus dem Haus seien, erinnerte sie sich. „Deshalb hat sie sich sehr auf den Tag ihrer Scheidung gefreut.“

Lesen Sie dazu außerdem:

Prozess: Türke erstach Ex-Frau

Von telefonischen Kontakten zwischen der 31-Jährigen und ihrem Ex-Mann habe sie nichts gewusst. „Meiner Meinung nach hat der Angeklagte bei ihrer Zukunftsplanung keine Rolle mehr gespielt“, sagte sie. Die Kinder der Frau hatten ausgesagt, dass die Mutter gezweifelt habe, ob die Trennung richtig gewesen sei. Der Prozess wird am 4. August fortgesetzt.

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion