Prozess um angebliche Vergewaltigung

Zeugenaufmarsch in Mannschaftsstärke

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Darmstadt - Zur Klärung der Vergewaltigungslüge der Lehrerin Heidi K. erschienen gestern die ersten zehn Zeugen im Landgericht Darmstadt, noch vor der Mittagspause wurden vier davon mit Vertröstung auf einen neuen Termin wieder nach Hause geschickt. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Grund: Bereits am zweiten Prozesstag geriet der Zeitplan der 15. Strafkammer gewaltig durcheinander, schon jetzt ist abzusehen, dass die angesetzten sieben Verhandlungstage nicht reichen werden. Zumal zu den 50 bisher geladenen Zeugen noch eine unbestimmte Zahl hinzukommen wird.

Heidi K. hatte 2002 mit einer Klage ihren Kollegen Horst A. wegen angeblicher Vergewaltigung für fünf Jahre hinter Gitter gebracht, nach Absitzen der Haft wurde er 2011 in einem Wiederaufnahmeverfahren frei gesprochen. Nun droht der 48-jährigen Lehrerin selbst eine Strafe wegen Freiheitsberaubung. Allerdings muss ihr die Falschaussage nachgewiesen werden.

Stein zum Wiederaufnahemverfahren

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Erste Zeugin ist jene Person, die den Stein zum Wiederaufnahemverfahren ins Rollen brachte, die 62-jährige A. Ke. aus Erbach. Sie war damals Frauenbeauftragte an jener Schule in Reichelsheim, an der die angebliche Vergewaltigung stattgefunden haben soll. Ke.: „Ich habe Heidi K. als eloquent, methodisch und versiert kennengelernt. Wir hatten lange ein freundschaftliches Verhältnis. Im Lauf der Jahre häuften sich jedoch Ereignisse, die mir mehr und mehr zu denken gaben.“ Als Beispiel nennt sie einen Frauenstammtisch, an dem sie Heidi K. einen Tag nach der Vergewaltigung in fröhlich lachender Runde angetroffen habe. Oder die Geschichte von K. angeblichem Verlobten Manfred, der bei einem Terroreinsatz angeschossen worden sei und den sie vorgab, regelmäßig zu pflegen. Als sie später nach dessen Befinden und der angestrebten Versetzung nach Marburg gefragte habe, sei die beiläufige Antwort gekommen, der sei gestorben.

Ausschlaggebend für ihren Antrag auf Aussagegenehmigung waren dann 2007 Aussagen K.s, sie sei Opfer eines Giftanschlags und der zuständige Ermittler sei ermordet worden, berichtete Ke.. Daraufhin habe sie sich an ihren Bruder, einen Rechtsanwalt, gewandet, der die Nachforschungen anstellte, die zur Wiederaufnahme des Verfahrens führten. Der Prozess wird am 14. Mai fortgesetzt.

Quelle: op-online.de

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