Mann bestreitet Vorwürfe um 56 Messerstiche

Wiesbaden - Im Prozess um den Tod einer Frau nach 56 Messerstichen hat der angeklagte Ex-Mann die Tat auch in seiner ersten Aussage vor Gericht bestritten.

Er habe seine frühere Frau nicht getötet und mit der Tat auch nichts zu tun, sagte der 39-Jährige am Donnerstag vor dem Wiesbadener Landgericht. Der Angeklagte räumte zwar ein, seine Frau häufiger geohrfeigt zu haben, fügte aber hinzu: „Ich bin kein Mensch, der einen umbringen könnte.“

Er habe seine Ex-Frau in der Nacht vor der Tat am 30. September vergangenen Jahres in ihrer Wohnung besucht und mit ihr Sex gehabt, sei dann aber nach Hause gefahren und am nächsten Tag seiner Arbeit nachgegangen, berichtete der 39-Jährige. Die blutüberströmte Leiche der Frau, die zwei Kinder aus einer ersten Ehe hatte, war in ihrer Wohnung in Wiesbaden gefunden worden.

Beschuldigter kritisierte die Polizei

Der Angeklagte war als wegen Gewalt in der Ehe schon vor Jahren zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Im Jahr 2006 hatte sich seine Frau von ihm getrennt und lebte vorübergehend in einem Frauenhaus. Das aus der Türkei stammende Paar führte eine arrangierte Ehe. Der 39-Jährige bestritt am Donnerstag Vorwürfe, er habe sie mit der Faust geschlagen oder stranguliert. Er habe ihr auch nicht nachgestellt, um ihre Adresse zu erfahren, sondern sie habe ihm freiwillig ihren Aufenthaltsort genannt.

Bereits seit geraumer Zeit hätten sie wieder Kontakt gehabt, seien spazieren gegangen und hätten sich unterhalten, erklärte der Angeklagte. Sie hätten auch regelmäßig und einvernehmlich Sex miteinander gehabt, wie auch in der Nacht vor der Tat. Er sei nachts insgesamt eine bis eineinhalb Stunden bei ihr gewesen und schließlich nach Hause gefahren.

Der 39-Jährige kritisierte die Polizei, die ihn vorverurteilt habe: „Die Leute waren auf mich fixiert.“ Widersprüche, in die er sich bei seinen Vernehmungen verstrickt hatte, seien teils aus Angst geschehen, dass er als Täter gelten könne, teils habe es sich um Missverständnisse gehandelt. Der Prozess soll am Montag fortgesetzt werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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