Prozess zwei Jahre nach illegalem Rennen

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Der Angeklagte Roberto L. mit seinem Anwalt Sven Mehlhorn und der Angeklagte Dieter N. mit seinem Anwalt Fred Wenzel (v.l.n.r.) warten auf den Beginn des Prozesses um ein illegales Autorennen. Die beiden sollen einen Unfall verursacht haben, bei dem eine hochschwangere Frau getötet wurde und eine weitere Frau ein Bein verlor.

Frankfurt - (dpa) Bei einem illegalen Autorennen in Frankfurt ist vor fast zwei Jahren eine unbeteiligte Schwangere ums Leben gekommen und eine andere Frau schwer verletzt worden: Seit gestern müssen sich die beiden beteiligten Autofahrer vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten.

Dem 52 Jahre alten Telefontechniker und einem Chemikanten (28) werden fahrlässige Tötung und Körperverletzung, sowie gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr zur Last gelegt. Dem Älteren wirft die Staatsanwaltschaft darüber hinaus Trunkenheit und dem Jüngeren Unfallflucht vor.

Laut Anklage lieferten sich die beiden Männer am Abend des 30. August 2007 zunächst in der Altstadt von Frankfurt-Höchst ein Wettrennen. Kurze Zeit später verlor der betrunkene Telefontechniker die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte vor einer Tankstelle auf dem Trottoir mit einer Gruppe von Fußgängern zusammen. Eine schwangere Frau wurde getötet und ihre Bekannte so schwer verletzt, dass ein Bein amputiert werden musste. Ein Mann erlitt leichte Verletzungen.

Zum Prozessauftakt sagte der Unfallfahrer, er könne sich wegen eines „Filmrisses“ an nichts mehr erinnern. Er habe am Nachmittag in einer Gaststätte Wein und Schnaps getrunken. Obwohl er in Fußnähe zu dem Lokal wohnte, habe er das Auto zur Heimkehr genommen. Noch zwei Stunden nach dem Unfall waren bei ihm rund 1,7 Promille Alkohol im Blut festgestellt worden.

Der jüngere Mitangeklagte bestritt, dass er sich mit dem Techniker ein Wettrennen geliefert habe. Mehrere Zeugen bestätigten jedoch die Hergangsversion der Anklage, wonach die beteiligten Wagen mit 90 bis 100 Stundenkilometern die relativ schmale Straße entlang gerast seien.

Quelle: op-online.de

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