Psychisch Kranker nach Amokfahrt vor Gericht

Frankfurt - (AP) Knapp sieben Monate nach seiner tödlichen Amokfahrt durch Frankfurt hat gestern das Unterbringungsverfahren für den psychisch kranken 28-jährigen Dänen begonnen. Die Staatsanwaltschaft beantragt vor dem Landgericht Frankfurt, ihn dauerhaft in der Psychiatrie unterzubringen, weil von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe.

Der technische Zeichner stand am 2. September vergangenen Jahres unter dem Einfluss eines schizophrenen Schubs, als er sich - lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet - in Dänemark ans Steuer eines Transporters setzte. Mit seinem Zwillingsbruder als Beifahrer war er auf dem Weg zu einer Frau in Paris. Er habe geglaubt, der Weltuntergang stehe bevor, sagte er nach seiner Festnahme. In Frankfurt fuhr er trotz roter Ampel über Kreuzungen, in entgegengesetzter Richtung einer Einbahnstrasse und über Bürgersteige. Dabei erfasste das Auto eine 27-jährige Fahrradfahrerin. Die Justizvollzugsbeamtin war auf dem Weg zur Arbeit. Sie starb wenige Stunden später an ihren Verletzungen. Der Fahrer beging Unfallflucht. Die Polizei nahm mit mehreren Streifenwagen die Verfolgung auf. Dabei rammte der Kleintransporter mindestens einen Pkw und drei Polizeiautos und streifte einen Kehrmaschinenfahrer. Mehrere Polizisten wurden bei der Verfolgung und der Festnahme-Aktion leicht verletzt. Nach dem Ermittlungsergebnis ist der Fahrer an jugendlicher Schizophrenie erkrankt und war nicht behandelt worden. Vor Gericht entschuldigte sich der 28-Jährige bei den Eltern der Radfahrerin.

Quelle: op-online.de

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