Randale und Feuer

+
Das Feuerwerk in Frankfurt geriet in einigen wenigen Fällen außer Kontrolle.

Frankfurt ‐ Mehrere Brände, Streitigkeiten und Unfälle haben die Polizei und die Feuerwehr in der Silvesternacht in Hessen in Atem gehalten. Mindestens zwei Menschen wurden schwer und mehrere leicht verletzt.

Die Frankfurter Polizei sprach von einer der ruhigsten Silvesternächte seit Jahren. Auch im übrigen Land wurde überwiegend friedlich ins neue Jahrzehnt gefeiert. In Kassel hieß es bei der Polizei: „Wir hatten viele Einsätze, aber nichts Spektakuläres.“ Auch in Wiesbaden, Darmstadt, Gießen und Offenbach zog die Polizei eine ähnliche Bilanz. In Fulda erklärte ein Polizeisprecher, bis auf einige Glätteunfälle mit Blechschäden sei der Jahreswechsel „ganz friedlich“ verlaufen.

Bei einem Unfall mit einem Streifenwagen bei Groß-Gerau wurde eine junge Frau schwer verletzt. Das Polizeiauto hatte am frühen Neujahrsmorgen auf der Bundesstraße 44 eine Gruppe von Fußgängern passieren wollen. Die angetrunkene 20-Jährige sei plötzlich auf die Fahrbahn getreten und von dem Streifenwagen erfasst worden, erklärte die Polizei. In Münster bei Dieburg wurde eine 26 Jahre alte Frau leicht verletzt, als sie beim Zünden von Raketen auf der Straße von einem Auto angefahren wurde. Der Fahrer hielt nur kurz an und floh dann unerkannt.

Meist blieb es aber bei Sachschäden

Zahlreiche Brände beschäftigten die Feuerwehren im Land. Mehrere Menschen kamen mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Meist blieb es aber bei Sachschäden. In Hadamar-Niederzeuzheim im Kreis Limburg-Weilburg geriet während einer Silvesterparty ein Haus aus dem 19. Jahrhundert in Flammen. Zwei 14 Jahre alte Mädchen und eine 45 Jahre alte Frau atmeten Qualm ein. Der Sachschaden liegt bei 100.000 Euro. Eine Feuerwerksrakete setze in Haiger im Lahn-Dill-Kreis einen Dachstuhl in Brand und verursachte mindestens 20.000 Euro Schaden. In Rodgau (Kreis Offenbach) löste eine verirrte Rakete einen Balkonbrand aus. Die Polizei schätzte den Schaden am Haus auf 50.000 Euro.

Aus noch unbekannte Ursache brannten Häuser im nordhessischen Baunatal-Rengershausen und ein Fachwerkhaus in Nieder-Weisel bei Butzbach in der Wetterau. Der Schaden am Fachwerkbau liegt bei 100.000 Euro, ebenso hoch ist der Verlust durch einen Brand in einem Laden für Tierzubehör in Mühlheim. In Rüdesheim und Limburg sprengten Unbekannte an Silvester je eine Telefonzelle in die Luft.

Drei Randalierer wurden festgenommen

In Frankfurt wurde die Feuerwehr in der Silvesternacht zu 31 Bränden gerufen. „Dabei halbierte sich die Zahl der Einsätze im Vergleich zum Vorjahr“, sagte ein Sprecher. Es brannten vor allem Mülltonnen und Altkleider-Container. Auch fünf Autos wurden von Flammen beschädigt. Zum größten Zwischenfall war es in Frankfurt gekommen, als die Menschenmenge am Mainufer Feuerwerkskörper unter ein Auto warf und der Wagen in Brand geriet. Als die Polizei kurz nach Mitternacht anrückte, wurden die Beamten mit Flaschen beworfen. Eine Beamtin wurde von einer Flasche am Knie verletzt; drei Randalierer wurden festgenommen. Außerdem wurde ein Streifenwagen beschädigt.

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare