Verdächtige gestehen

Randale in Asylheim: Polizei schnappt Täter

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Wohratal - Vier junge Männer randalieren in einem Asylantenheim. Kurze Zeit später kann die Polizei die Verdächtigen festnehmen. Diese gestehen die Tat, bestreiten aber rechtsradikale Motive.

Nach dem Angriff auf ein Asylbewerberwohnheim im mittelhessischen Wohratal haben vier junge Männer die Tat eingeräumt. Die 18- und 19-Jährigen stritten aber ab, rechtsradikal oder ausländerfeindlich zu sein. Das Motiv für die Randale am frühen Sonntagmorgen sei vielschichtig und unklar, berichtete die Polizei am Montag. Die Verdächtigen hätten von einer Kombination aus Alkoholgenuss und persönlicher Stimmungslage gesprochen. Die Polizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und des Verdachts auf Landfriedensbruch.

Die Männer sollen am Sonntagmorgen in das Heim eingedrungen sein, Türen eingetreten und Jalousien beschädigt haben. Verletzt wurde niemand. Eine Schwangere wurde wegen der Aufregung vorsorglich in einem Krankenhaus behandelt. In dem Heim leben etwa 50 Menschen. Die Jugendlichen sagten der Polizei zufolge aus, weder rechtsradikal, rechtsextremistisch noch ausländerfeindlich zu sein. Allerdings haben die Ermittler den Verdacht, dass mindestens einer der vier bei einem rechtsgerichteten Vorfall im Dezember dabei war. Er soll in einem Auto gesessen zu haben, aus dem beim Vorbeifahren an dem Heim "verfassungsfeindliche Parolen" gerufen worden sein sollen.

Die Ermittler kamen am Sonntag auch "dank der vielfältigen Unterstützung und Mithilfe der Wohrataler Bürger" auf die Spur der Männer. Diese wurden vorübergehend festgenommen. Zunächst hätten sie die Tat geleugnet, dann aber wegen eindeutiger Beweise gestanden. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Der Landesausländerbeirat forderte eine lückenlose Aufklärung sowie politische Konsequenzen: "Die Bekämpfung von Rassismus und Maßnahmen gegen Diskriminierung gehören ganz oben auf die Agenda." Auch der Landrat im Kreis Marburg-Biedenkopf, Robert Fischbach (CDU), verurteilte den Übergriff.

Quelle: op-online.de

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