Randale in der Silvesternacht

Frankfurt ‐ Für viele Polizisten und Feuerwehrleute in Hessen gab es zum Jahreswechsel nichts zu feiern: Sie schlugen sich entweder mit Randalierern herum oder mussten sich um Brände und Unfälle kümmern.

Im Frankfurter Stadtteil Bockenheim schossen rund 30 Menschen vom Dach eines Universitätsgebäudes Feuerwerkskörper auf Beamte. Hooligans bewarfen Polizisten außerdem mit Flaschen, Mülleimern und Böllern. Verletzt wurde dort niemand, teilte die Polizei mit. Zwei Beamte erlitten aber ein Knalltrauma. Drei Personen wurden festgenommen, ein Mann von einem Diensthund gebissen. Die Beamten stellten die Personalien von 28 Randalierern fest. Außerdem schlugen Vermummte in Frankfurt neun große Scheiben einer Bank ein und beschädigten ein Auto. Der Schaden wird auf 15.000 Euro geschätzt.

Hand schwer verletzt

Der Rettungsdienst in Frankfurt meldete in den ersten beiden Stunden des neuen Jahres 67 Einsätze - meist wegen Verletzungen durch Feuerwerk. In Hohenroda (Kreis Hersfeld-Rotenburg) verletzte sich ein 19-Jähriger beim Zünden von Böllern schwer an der Hand. Er wurde in ein Krankenhaus nach Fulda gebracht. Zunächst war sogar befürchtet worden, er habe zwei Finger verloren, teilte die Polizei in Fulda mit. In Biblis-Nordheim zündeten Unbekannte einen selbst gebastelten Feuerwerkskörper und beschädigten den Eingang eines Hauses.

Bei Bränden in Wohnhäusern in Erzhausen bei Darmstadt und in Erbach im Odenwald entstand Sachschaden von insgesamt rund 300.000 Euro. Verletzt wurde niemand, eine vierköpfige Familie konnte sich in Erzhausen in Sicherheit bringen. Gestern war noch unklar, ob die Brände durch Feuerwerkskörper entstanden waren. Heute sollen Experten die Häuser untersuchen.

50 Brände innerhalb von zwei Stunden

Unter anderem in Dietzenbach, Wiesbaden und Rüdesheim setzten Raketen Gegenstände auf Balkonen und vor Häusern in Brand. In Dietzenbach erlitt eine 73 Jahre alte Hausbewohnerin einen Schock. Sonst wurde niemand verletzt. Aufmerksame Nachbarn verhinderten in Mühlheim-Lämmerspiel einen Hausbrand, als eine Silvesterrakete auf dem Dach eines Reihenhauses gelandet war. Sie alarmierten die Bewohner, die den Querschläger mit einem Eimer Wasser löschten, bevor er den Dachstuhl in Flammen setzen konnte.

Meist hielten aber kleinere Streitigkeiten und Notfälle die Einsatzkräfte in Atem. Allein in Kassel rückte die Polizei zu 181 Einsätzen aus. Die Frankfurter Feuerwehr meldete rund 50 Brände innerhalb von zwei Stunden. In Darmstadt schlichteten Polizisten bei 18 Schlägereien. Zudem stellten sie vier Schreckschusswaffen sicher. Sieben Störer verbrachten die erste Nacht des Jahres in einer Polizeizelle. In Weilburg wurden bei Schlägereien mehrere Jugendliche leicht verletzt.

Im osthessischen Hünfeld verletzten sich ein 16-Jähriger und seine beiden Freunde bei einer unerlaubten Spritztour mit dem Wagen eines Bekannten leicht. Der 16-Jährige hatte die Kontrolle über den Wagen verloren. Das Auto überschlug sich und landete im Graben.

Quelle: op-online.de

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