Dritter Vorfall in drei Monaten

Randale vor SPD-Büro stellen Polizei vor Rätsel

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Frankfurt - Rund 150 Demonstranten haben Fensterscheiben an der Frankfurter SPD-Geschäftsstelle und an der gegenüberliegenden Arbeitsagentur eingeworfen. Dies ist nun schon der dritte Vorfall am SPD-Haus in drei Monaten.

Die Randale vor dem Frankfurter SPD-Büro von gestern Abend geben Polizei und Partei Rätsel auf. Welche Motive die rund 150 Demonstranten hatten, die Fensterscheiben an der SPD-Geschäftsstelle und der gegenüberliegenden Arbeitsagentur einwarfen, war auch heute noch unbekannt. Auch wer für die Aktion verantwortlich ist, blieb unklar. Die Polizei nahm keine Personalien auf. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei rechnet die Demonstranten dem linken Spektrum zu und vermutet einen Zusammenhang mit Aktionen im Hamburger Schanzenviertel. Der SPD-Bezirksgeschäftsführer Karlheinz Pfaff sagte heute: „Einen politischen Zusammenhang können wir nicht erkennen.“ Er frage sich, warum die Polizei, die die Demonstranten begleitet habe, nicht eingegriffen habe. Polizeisprecher Alexander Kießling sagte dazu, die vermummten Demonstranten hätten sich nur eine gute halbe Stunde lang durch die Stadt bewegt und auch Flaschen gegen Beamte und Einsatzwagen geworfen. Die rund 20 Beamte, die als erste auf die Randalierer trafen, seien von einer Übermacht bedroht und bedrängt worden. Sie hätten sich deshalb zunächst zurückgehalten. Bevor Verstärkung eintraf und Durchsagen möglich waren, seien die Demonstranten auseinandergelaufen.

Laut Pfaff war der Vorfall bereits der dritte im SPD-Haus in den vergangenen drei Monaten. Schon einmal seien Scheiben eingeworfen worden, und im Herbst sei das Büro, in dem die Geschäftsstelle des SPD-Bezirks Hessen-Süd und der Unterbezirk der Jusos Frankfurt untergebracht sind, von Unbekannten besetzt worden. Die Besetzer hätten die Flüchtlingssituation auf der italienischen Insel Lampedusa als Anlass genannt.

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dpa

Quelle: op-online.de

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