Deutschen Ermittlern gelingt Coup

Rauschgift-Kauf per Internet

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Wiesbaden - Vier illegale Online-Shops sind bei einem globalen Schlag gegen den Drogenhandel im Internet von deutschen Fahndern vom Netz genommen worden.

Die fünf zugehörigen Server hätten hessische Rauschgiftfahnder sichergestellt, sagte die Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamts (LKA), Sabine Thurau. Der 26-jährige mutmaßliche Betreiber des Internet-Schwarzmarkts Hydra sei von deutschen Ermittlern in Ungarn festgenommen worden. Die Operationen waren Teil der weltweiten Aktion gegen die illegale Handelsplattform „Silk Road 2.0“. Die US-Polizei FBI hatte deren mutmaßlichen Administrator vergangene Woche in San Francisco festgenommen. Die Internet-Dienste, die aufgrund der deutschen Ergebnisse geschlossen wurden, waren nach Angaben eines LKA-Sprechers aber eigenständig. Ihnen gemeinsam ist, dass sie nur über das Tor-Netzwerk zugänglich waren. Tor verschleiert die Identität seiner Nutzer im Netz und gewährt ihnen Zugang zu versteckten Angeboten.

Gerade das mache es Käufern illegaler Dienste und Waren - etwa der Droge Crystal Meth - im Internet so bequem und Ermittlern so schwer, erklärte LKA-Präsidentin Thurau. Ziel der Operation „Onymous“ sei es aber gewesen, das allgemeine Vertrauen in die Anonymität des Internets, auch des sogenannten Darknets, nachhaltig zu erschüttern. „Wer Straftaten über das Internet begeht, muss mit konsequenter Strafverfolgung rechnen“, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Rainer Franosch. Die Fahnder ermittelten wegen Verdachts des bandenmäßigen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Zwölf Einzelverfahren seien in Deutschland eingeleitet worden, weitere sind möglich.

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Einer der Protagonisten des illegalen Drogen-Handels im Internet kommt Thurau zufolge aus Hessen. Dadurch hätten die Fahnder Hinweise auf Server im Land bekommen. Deshalb waren die deutschen Ermittlungen in Hessen angesiedelt. Dort arbeitete das LKA mit dem Bundeskriminalamt, der Generalstaatsanwaltschaft und dem Zoll in Frankfurt zusammen. Hinweise der deutschen Ermittler gingen auch an Schottland und die Niederlande. Das LKA rechnet damit, viele weitere Verdächtige ausfindig machen zu können. Insgesamt habe die globale Operation von zahlreichen Staaten Europas und der USA zu 17 Festnahmen geführt. Die Tor-Betreiber haben bisher keine konkrete Idee, wie die Ermittler in das verdeckte Netzwerk hereingekommen sind.

dpa

Quelle: op-online.de

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