Reaktionen aufs neue Preissystem beim Verkehrsverbund

Wenn der RMV die Revolution probt

Offenbach - Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will sein Fahrpreis-System umkrempeln. Manche sprechen schon von einer „Revolution“. Die Reaktionen auf den geplanten Testlauf sind zumeist positiv.

Für Professor Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des RMV, ist es eine klare Sache: „Es braucht einen leistungsgerechten und transparenten Tarif, um den ÖPNV attraktiv zu halten. Mit dem Feldversuch sind wir der erste Verkehrsverbund in Deutschland, der einen Relationstarif in diesem Umfang pilotiert.“

Der ökologische Verkehrsclub VCD Hessen sieht den Pilotversuch als Schritt in die richtige Richtung. Daniel Sidiani, Sprecher des VCD Hessen: „Das derzeitige Waben-System führt zu einem Tarif-dschungel mit Preissprüngen, die man niemandem erklären kann. Wir haben deshalb immer eine stärkere Orientierung an der Entfernung gefordert. Der RMV zeigt sich lernfähig, das ist erst mal positiv.“ Klärung erwartet der VCD darüber, was der neue Tarif für die Inhaber von Monatskarten bedeutet: „Die Inhaber von Zeitkarten sind das finanzielle Rückgrat des RMV. Es muss sichergestellt werden, dass sie durch die Reform nicht unter die Räder kommen.“

Bei aller Sympathie für das Pilotprojekt macht der VCD deutlich: „Die Reform bedeutet leider nicht, dass Bus- und Bahnfahren im RMV-Gebiet unterm Strich billiger wird. Es kommt ja nicht mehr Geld ins System. Genau das wäre aber dringend notwendig, auch um der steigenden Zahl von Fahrgästen mehr Linien und dichtere Takte anzubieten.“ Der VCD schlägt deshalb vor, dass in Zukunft alle Nutznießer des öffentlichen Nahverkehrs einen Beitrag zur Finanzierung leisten, also zum Beispiel auch Unternehmen, die Hotellerie und der Einzelhandel. Zudem fordert der VCD, den neuen entfernungsabhängigen Tarif alsbald allen Fahrgästen anzubieten.

Ähnlich die Reaktion bei der FDP in Offenbach. „Wenn Frankfurt und Offenbach sich immer weiter verzahnen, dann muss sich das zwangsläufig auf die Tarifstruktur auswirken, wenn der ÖPNV den Straßenverkehr entlasten soll und die Menschen vom Auto in die Züge gelockt werden sollen. Bisher schrecken die Fahrpreise eher ab“, so FDP-Fraktionschef Oliver Stirböck. (psh)

Quelle: op-online.de

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