Haupt- und Realschule ziehen zusammen

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Die hessischen Haupt- und Realschulen können ihre Bildungsgänge künftig unter dem Dach einer „Mittelstufenschule“ zusammenfassen.

Wiesbaden - Die hessischen Haupt- und Realschulen können ihre Bildungsgänge künftig unter dem Dach einer „Mittelstufenschule“ zusammenfassen.

Das sieht das neue Konzept der Landesregierung für die Sekundarstufe I vor, das Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) am Freitag in Wiesbaden vorstellten. „Grundüberzeugung unserer Vision für die Schule von morgen ist der Erhalt von Schulvielfalt und Schulfreiheit“, erklärte Koch in einer Mitteilung.

Das Konzept gebe die Antwort auf die demografische Entwicklung und das Schulwahlverhalten von Eltern. Die Zahl der Hauptschüler und ihr Anteil an der Gesamtschülerzahl sinkt seit Jahren. In der neuen Mittelstufenschule sollen die Abschlüsse von Haupt- und Realschule erhalten bleiben. Der Hauptschulabschluss zielt auf eine stärkere berufspraktische Orientierung und soll die Ausbildungsreife sicherstellen. Der Realschulabschluss soll den Übergang an eine Fachoberschule oder eine gymnasiale Oberstufe ermöglichen. Ziel sei, die Potenziale aller Kinder zu fördern, betonte Henzler. Auch wer eine stärkere praktische Begabung habe, müsse im modernen Schulsystem seine Chancen erhalten.

Alle Mittelstufenschulen sollen über ein Ganztagsangebot verfügen. Das Konzept ist ein freiwilliges Angebot, das sich zunächst an verbundene Haupt- und Realschulen richtet. Hessens Handwerk forderte in einer ersten Stellungnahme, im Interesse der Ausbildungsbetriebe Praxisanteile und Berufsorientierung in der Sekundarstufe deutlich zu stärken. „Hessens Handwerk braucht einen starken Bildungsgang Hauptschule, der auch künftig den Lehrlingsnachwuchs sichert“, erklärte Handwerks-Präsident Bernd Ehinger.

Details der Schul-Zusammenfassung:

Die neue hessische Mittelstufenschule beginnt nach den Plänen der CDU/FDP-Regierungskoalition mit einer „Aufbaustufe“ für die Jahrgangsstufen 5 bis 7. Dann gabeln sich die Bildungsgänge nach einer „Kompetenzfeststellung“ für jeden Schüler in einen praxisorientierten und einen mittleren Bildungsgang mit den Zielen Hauptschulabschluss und Realschulabschluss auf.

Der Unterricht des praxisorientierten Bildungsganges soll in enger Zusammenarbeit mit den beruflichen Schulen erteilt werden. So soll der direkte Übergang in eine Lehre sichergestellt werden. Der Bildungsgang schließ nach der 9. Klasse mit einer Prüfung an, dann kann sich eine 10. Jahrgangsstufe anschließen. Auch bei dem mittleren Bildungsgang sind Kooperationen mit beruflichen Schulen vorgesehen. Neben einer zweiten Fremdsprache sind Schwerpunktfächer (Wahlpflichtunterricht) vorgesehen. „Im Abschlusszeugnis wird die Eignung zum Übergang auf eine Fachoberschule oder eine gymnasiale Oberstufe vermerkt“, heißt es dazu.

dpa

Quelle: op-online.de

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