Rechenzentrum in Frankfurt

Neues „Hotel“ für Server eröffnet

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Frankfurt - Die Digitalisierung lässt die Datenmenge im Internet Jahr für Jahr explodieren. Folglich setzt Interxion, ein Anbieter von Dienstleistungen rund um Rechenzentren, sein rasantes Wachstum fort. Von Marc Kuhn

Am weltweit größten digitalen Knotenpunkt in Frankfurt hat Interxion gestern FRA8 - ein weiteres Rechenzentrum - eröffnet. „Der Standort entwickelt sich zu dem Cloudzentrum in Deutschland“, sagte der Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH, Peter Knapp. Am Cloud-Computing (der Auslagerung von Unternehmensdaten bei Fremdanbietern) komme niemand vorbei. „Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung.“

Der Oberbürgermeister von Frankfurt, Peter Feldmann, erklärte: „Ich bin froh, dass es das achte Rechenzentrum ist.“ Er hoffe, dass „auf dem Flughafen für Daten noch viele Landungen stattfinden“. Knapp ergänzte: „Wir arbeiten daran, dass hier viel gelandet wird.“ FRA9 steht nach seinen Worten bereits. Und spätestens im nächsten Jahr solle die Planung für ein weiteres Rechenzentrum anlaufen“, berichtete Knapp. An der Weismüllerstraße, einer Parallelstraße der Hanauer Landstraße, hat sich Interxion schon Grundstücke für die weitere Expansion gesichert. Für FRA8 hat Interxion fast 70 Millionen Euro investiert. „Das ist die größte Investition, die Interxion in Frankfurt getätigt hat“, sagte Knapp.

Starke Buchungsdynamik

Das niederländische, an der New Yorker Börse gelistete Unternehmen betreibt 36 Rechenzentren in elf Ländern. „Die starke Buchungsdynamik, die wir im vierten Quartal 2013 erlebt haben, setzt sich in 2014 fort, vor allem da Cloud-Infrastruktur-Anbieter weiterhin Ressourcen verpflichten, um europäische Unternehmen für eine Migration in die Cloud vorzubereiten“, erklärte Interxion-Chef David Ruberg. Im ersten Quartal 2014 hat sein Unternehmen den Umsatz um acht Prozent auf mehr als 80 Millionen Euro gegenüber dem gleichen Zeitraum 2013 gesteigert. Die Deutschland GmbH steuere etwa 20 Prozent der Erlöse bei, erläuterte Knapp.

In den Rechenzentren von Interxion haben große Unternehmen ihre Server stehen. „Wir liefern ein Hotel“, sagte Knapp. Für FRA8 sind fast 600 Tonnen Stahl und etwa 200 Kilometer Kabel verbaut worden. Hohe Zäune sichern das Rechenzentrum mit einer Fläche von 3600 Quadratmetern. Wer es betreten will, muss durch die „Vereinzelungsanlage“, wie Projektmanager Sven Müller erklärte - gemeint ist eine Sicherheitsschleuse, in der der Besucher auch gewogen wird. So wird sichergestellt, dass er unerlaubt nichts aus dem Gebäude mitnehmen kann. Innen kühlen riesige Klimageräte die großen Räume. Interxion nutzt die sogenannte adiabatische Kühlung, die warme Abluft der Klimageräte wird mit gesammelten Regenwasser gekühlt. Batterien und Generatoren stellen sicher, dass die Stromversorgung der Server bei Störungen nicht unterbrochen wird. Wenn es brennt, wird mit Argon gelöscht, einem Gas, das dem Feuer Sauerstoff entzieht.

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Quelle: op-online.de

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