Rechte leiblicher Väter gestärkt 

Straßburg/Fulda - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat leiblichen Vätern den Rücken gestärkt.

Geklagt hatte ein 53-Jähriger aus Fulda, dem deutsche Gerichte die Klärung seiner Vaterschaft und den Umgang mit seinem mutmaßlichen Sohn bisher verweigert hatten. Rechtlicher Vater des heute Siebenjährigen ist der Ehemann der Mutter. Die Gerichte hätten die Umstände dieses Falls genauer prüfen sollen, befanden die Straßburger Richter am Donnerstag in Straßburg. Es hätte geprüft werden sollen, ob ein Umgang des mutmaßlichen Vaters nicht im Interesse des Kindeswohls läge.

Aus diesem Grund hat der EGMR einen Verstoß gegen das Recht auf Achtung des Privatlebens festgestellt, das in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert ist. Deutschland muss dem Kläger ein Schmerzensgeld von 5000 Euro zahlen. Die verheiratete Mutter hatte eine Beziehung zu dem Kläger, trennte sich jedoch während ihrer Schwangerschaft von ihm und kehrte zu ihrem Ehemann zurück. Der Kläger hat sein mutmaßliches Kind nie gesehen, hatte aber schon vor der Geburt seine Vaterschaft anerkannt.

Das Ehepaar hatte im Interesse der Familie einen Vaterschaftstest abgelehnt. Gegen dieses Kammerurteil kann Berufung beantragt werden.

dpa 

Quelle: op-online.de

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