„Referendare für Mathematik abgewiesen“

Offenbach - „Dies ist ein Skandal sondergleichen!“ Mit harschen Worten kritisiert Heiko Landmann, Vorsitzender der Jungen Philologen im Hessischen Philologenverband, den Umgang des Kultusministeriums mit angehenden Lehrerreferendaren im Fach Mathematik. Von Peter Schulte-Holtey

So seien im aktuellen Bewerbungsverfahren fürs Referendariat am Gymnasium 23 Bewerber mit der Begründung abgewiesen worden, es gäbe keine Ausbildungsplätze für sie, da diese von etwa gleich vielen Quereinsteigern belegt seien. Landmann zu unserer Zeitung: „Zählt man die abgelehnten Haupt- und Realschulbewerber mit Mathematik hinzu, erhöht sich die Anzahl sogar auf nahezu 50. Ob diesem Personenkreis im Nachrückverfahren noch Plätze angeboten werden, bleibt abzuwarten.“

Vehement fordern die „Jungen Philologen“ die sofortige Aufstockung der Referendarsplätze für Mathematik. Dabei betont der Verbandschef auch Vorteile für den Steuerzahler. So könnten die Referendare den hessischen Schulen schneller und kostengünstiger zur Verfügung gestellt werden, als Quereinsteiger, auf die ein wesentlich langsameres und teureres Verfahren zukomme. Ob unter diesen Bedingungen das Quereinsteigerprogramm überhaupt noch Sinn mache, erscheine fraglich, so Landmann. Seine Forderung: „Zukünftig müssen finanzielle Ausbildungsreserven und ein Pool von kurzfristig bereit stehenden zusätzlichen Ausbildern geschaffen werden, um flexibel auf einen solchen Andrang in angeblichen oder tatsächlichen Mangelfächern reagieren zu können.“

Nach Angaben von Nicolas Wolz, Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden, haben Lehramtsstudenten mit den gesuchten Fächerkombinationen „immer Priorität vor Quereinsteigern“. Zudem verweist er darauf, dass sich jeder Lehramtsanwärter für zwei Fächer bewerbe, in beiden müsse es genügend Plätze an den Studienseminaren geben. Wolz: „Deshalb kann es vorkommen, dass Bewerber mit der Kombination Deutsch/Mathematik nicht sofort ein Referendariat bekommen, weil es im Fach Deutsch einen deutlichen Bewerberüberhang gibt. Dagegen wird niemand abgelehnt mit der Kombination Physik/Mathematik, denn Physik ist ein Mangelfach im Gymnasialbereich - an Haupt- und Realschulen sind es Physik und Chemie.“ Da auch Quereinsteiger zwei Fächer unterrichten müssten, benötigten sie für beide Fächer einen Studienseminarplatz. So könne es vorkommen, dass ein Quereinsteiger in Physik auch einen Platz im Fach Mathematik benötige - und Vorrang vor einem Lehramtsstudenten mit anderer Fächerkombination habe.

Quelle: op-online.de

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