Regelmäßig Geld von einer vermögenden Frau

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Im Prozess gegen den Rechtsanwalt Michael Wolski wegen Steuerhinterziehung sind vor dem Landgericht Darmstadt in Abwesenheit des Angeklagten Überweisungsbelege verlesen worden.

Darmstadt ‐ Im Prozess gegen den Rechtsanwalt Michael Wolski wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe sind gestern vor dem Landgericht Darmstadt in Abwesenheit des Angeklagten Überweisungsbelege verlesen worden.

Wolski hat demnach in regelmäßigen monatlichen Abständen Zahlungen von einer sehr vermögenden Frau aus Frankfurt erhalten, für die der Anwalt arbeitete. Wolski wird vorgeworfen, Einkommen- und Umsatzsteuer in Höhe von 2,6 Millionen Euro hinterzogen zu haben.

Die Zahlungen an Wolski begannen laut Unterlagen im Jahr 2000 und endeten 2002. Zunächst gingen vom Firmenkonto der Mandantin Beträge zwischen 25 000 und 50.000 Euro an den Anwalt. Ende Mai 2000 erhielt Wolski schließlich 500.000 Euro. Weitere Zahlungen in Höhe von 30.000 bis 300.000 Euro folgten. Einige der Zahlungen, so vermerkte die Auftraggeberin handschriftlich auf den Überweisungsformularen, sollten von ihrer Bank als Blitzüberweisung getätigt werden. Im Feld Verwendungszweck waren dabei unter anderem „Honorar“ und „Privatentnahme“ angeben.

„Kann 100.000 Euro kaum als Geschenk gelten machen.“

Wie aus den vom Kammervorsitzenden Rainer Buss vorgelesenen Überweisungsbelegen hervorgeht, hat Wolski an seinem 54. Geburtstag im August 2002 ebenfalls eine größere Summe Geld erhalten. „Da unter Verwendungszweck auch diesmal ‚Honorar‘ angegeben ist, kann er diese 100.000 Euro wohl kaum als Geschenk geltend machen“, sagte dazu Staatsanwalt Gerhard Pfeil.

Verteidiger Hanno Durth äußerte sich gestern nicht. Er werde ein Gespräch mit seinem Mandanten führen. Auch zum Gesundheitszustand Wolskis machte Durth keine Angaben. Das Gericht hatte entschieden, den Prozess ohne den Angeklagten fortzusetzen. Der 61-Jährige ist nach einem Selbstmordversuch nicht verhandlungsfähig. Das Gericht ging davon aus, dass sich Wolski mit einer Selbstverletzung der Verhandlung entziehen wollte.

dpa

Quelle: op-online.de

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