Regen in letzter Minute

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Dieses Schild an einem Grillplatz im Wald bei Dudenhofen mahnt die Nutzer zur Vorsicht.

Frankfurt - Trockenheit und sommerliche Temperaturen lassen die Feuergefahr in Hessens Wäldern steigen. Die Lage sei noch nicht dramatisch, doch „Sorgen machen wir uns schon“, sagte gestern Theodor Arend, Sprecher des Landesbetriebs Hessen-Forst.

Waldbrände im Frühjahr seien nicht ungewöhnlich. Es sei aber „ein neueres Phänomen, dass schon so früh im Jahr eine hohe Waldbrandgefahr herrscht“. Regen sei deshalb dringend nötig. Seit Februar hat es in Hessen viel zu wenig geregnet. Ab Mitte der Woche bringt Tief „Norbert“ dann Regenwolken von Westen. „Zum Wochenende wird sich die Lage deutlich entspannen“, sagte DWD-Meteorologe Helmut Malewski. Die ersten Schauer fallen heute im Westen, in den Tagen danach ziehen Regen- und Gewitterwolken quer über Deutschland Richtung Osten.

Seit Jahresbeginn registrierte das hessische Umweltministerium 20 Feuer und etwa acht Hektar zerstörten Wald. Im gesamten vergangenen Jahr hatte es in Hessens Wäldern 25 Mal gebrannt, im Jahr zuvor 28 Mal. Besonders schlimm war es 2007: 84 Feuer wüteten damals, 82 davon brachen bis Anfang Mai aus.

Insbesondere Nadel- und allen voran Kiefernwälder sind von Feuern bedroht, wie Hessen-Forst-Sprecher Arend erklärte. „Diese Bäume brennen wegen ihrer Harze und Öle wie Zunder.“ Generell sei die Lage im Frühjahr aber etwas entspannter als im Sommer: Frische Triebe und Blätter brennen nicht so leicht.

Nach Arends Worten gab es in den letzten Jahren öfter ein trockenes Frühjahr. Dies könne ein Hinweis auf den Klimawandel sein. „Ein ergiebiger Landregen wäre jetzt gut. Es darf auch gerne nachts regnen, damit einem sonnigen Waldspaziergang nichts im Wege steht“, sagte er. Niederschläge seien nicht nur wegen der Brandgefahr wichtig. Die Bäume hätten in dieser Saison ungewöhnlich stark ausgetrieben und geblüht und brauchten nun Energie. Vor allem der Baumnachwuchs mit seinen kurzen Wurzeln sei durstig.

Das Forstamt Darmstadt, auf dessen Gebiet viel Kiefernwald wächst, begegnet der Waldbrandgefahr mit mehr Kontrollfahrten. Es werde etwa geprüft, ob Zugangswege für die Feuerwehr frei sind, sagte Forstamtsmitarbeiter Thomas Metzner. Spaziergänger würden an umsichtiges Verhalten im Wald - Grillen und Rauchen verboten - erinnert. Die Feuergefahr gehört Metzner zufolge zum Frühjahr durchaus dazu, denn das alte Geäst vom Vorjahr fange leicht Feuer. Dass so früh im Jahr eine hohe Warnstufe in vielen Regionen herrsche, habe er in seinen langen Dienstjahren aber selten erlebt.

Von Caroline Eckenfels (dpa)

Quelle: op-online.de

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