Reich der Mitte liegt am Main

Frankfurt - Ein kräftiger Hauch Fernost wird das diesjährige Museumsuferfest in Frankfurt umwehen. In guter Tradition ist von den Veranstaltern des Fests das Gastland der Frankfurter Buchmesse als Themenschwerpunkt des größten europäischen Kulturfestivals ausgesucht worden. Daher wird sich China vom 28. bis 30. August am Mainufer in Frankfurt in all seiner Vielfalt präsentieren. Von Christian Riethmüller

Auf einer zwischen Untermainbrücke und Holbeinsteg gelegenen Wiese an der Nizzawerft werden auf 120 Metern Länge eine China-Bühne und ein China-Markt eingerichtet. An etwa 40 Ständen sollen chinesische Speisen, Porzellan und Seidenbekleidung angeboten werden. Malerei und Kalligraphie sollen als wichtiger Bestandteil der chinesischen Kultur präsentiert werden, zu der auch würdevoll zelebrierte Tee-Zeremonien gehören.

Auf der Bühne geben sich viele Künstler aus China ein Stelldichein, die von Theaterstücken, über Opernarien, traditionelle Gesänge und Tänze bis hin zu akrobatischen Einlagen die ganze Bandbreite der Kulturnation China vorführen wollen. Zu dieser Kultur gehören auch Kampfkünste wie Kung-Fu oder der Wissensschatz der traditionellen chinesischen Medizin, über die „das Fest im Fest“ (Thomas Feda, Geschäftsführer des Festveranstalters, der Tourismus + Congress Frankfurt) ebenfalls informieren will.

Wie Haitao Xiu, Herausgeber der in Deutschland erscheinenden „Chinesischen Handelszeitung“ und zuständig für den Auftritt Chinas beim Museumsuferfest, gestern in Frankfurt sagte, soll der Markt in seinem Angebot so authentisch wie möglich sein, was zumindest den Freunden hiesiger China-Restaurants garantiert ungewohnte Gaumenkitzel bescheren wird. Authentische chinesische Küche ist in Deutschland nämlich eher selten zu kosten, obwohl nach Angaben Xius mittlerweile etwa 200 000 Chinesen hier leben, davon gut 20000 im Rhein-Main-Gebiet.

Für vier Euro in alle teilnehmenden Museen

China darf also eine wichtige Rolle bei der 23. Auflage des Spektakels an beiden Ufern des Mains spielen, doch im Mittelpunkt des Fests, das am Freitag, 28. August, startet, steht die einzigartige Frankfurter Museumslandschaft. Mit einem Button zum Preis von vier Euro hat der Besucher das ganze Wochenende Eintritt bei den teilnehmenden Museen, die neben ihren aktuellen Ausstellungen auch spezielle Programme zum großen Fest bieten. Einzelheiten des Programms werden erst in den kommenden Tagen vorgestellt, doch einige Schmankerl wollte der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth gestern im Museum der Weltkulturen doch schon nennen.

Museumsuferfest Frankfurt

Das 23. Frankfurter Museumsuferfest findet von Freitag, 28. August, bis Sonntag, 30. August, statt. Themenschwerpunkt ist China. Das Gastland der diesjährigen Buchmesse präsentiert sich mit einem großen Markt und einer eigenen Bühne. Mit einem Tagfeuerwerk am Freitag gegen 18 Uhr soll ebenfalls auf das Thema China hingewiesen werden. Dazu passt auch die alljährliche Drachenbootregatta. Ebenfalls aufs Wasser zieht es die Teilnehmer des BMW Sailing Cups. Diese Amateur-Segelregatta wird während des Festes auf dem Main ausgefahren. Von Booten auf dem Fluss wird auch das Großfeuerwerk am Sonntagabend abgeschossen.

Frisch am Start ist etwa das noch verhältnismäßig junge Museum für Komische Kunst Caricatura, das auf dem kleinen Weckmarkt vor dem Leinwandhaus während des Museumsuferfestes ein dreitägiges Festival der Komik veranstalten wird. Freunde des feinen Humors dürfen sich dabei auf Lesungen mit Jürgen Roth, Peter Knorr, Hans Zippert und Oliver Maria Schmitt, auf Konzerte etwa mit dem Nasenflötenorchester und den Wohnraumhelden oder auf Kabarett und Comedy mit Bernd Gieseking und FIL freuen.
Ernster, aber nicht minder interessant ist das Projekt „Klang im Kloster“, das im renovierten Karmeliterkloster vor den prächtigen Wandmalereien von Jörg Ratgeb Alte Musik aufführt. Dort im Kloster oder im Park des Museums der Weltkulturen, wo ein Weinlesegarten eingerichtet wird, dürften Festbesucher Ruhe und Entspannung vom Trubel auf der Festmeile finden. Immerhin ist die Lauflinie acht Kilometer lang, wenn man alle Museen und alle etwa 500 Stände ablaufen wollte.

Unter den zahlreichen Bühnen wird jene des Hessischen Rundfunks dieses Jahr nicht zu finden sein. Der hr hat aus finanziellen Gründen auf seine Beteiligung verzichtet. Ansonsten konnte Thomas Feda die Frage nach den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Fest gelassen beantworten. Sowohl für das Programm auf den Bühnen wie auch für die einzelnen Stände hätten sich wesentlich mehr Interessenten beworben, als Fläche vorhanden ist.

Quelle: op-online.de

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