Mehr Rekonstruktionen in Frankfurter Altstadt

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Einen Entwurf für eine mögliche Gestaltung der Altstadt von Frankfurt am Main betrachtet ein Mann am Freitag (29.06.2007) im Historischen Museum.

Frankfurt - In der Frankfurter Altstadt werden weit mehr Häuser rekonstruiert als geplant - dank des Interesses privater Investoren. Von Thomas Maier

Die Entwürfe für die „neuen Altstadthäuser“ werden kommende Woche ausgewählt. Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Großes Interesse am Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt: Für die insgesamt 35 Häuser mit etwa 80 Wohnungen haben sich mehr als 200 Käufer gemeldet, wie Michael Guntersdorf von der stadteigenen Dom-Römer GmbH am Dienstag in Frankfurt berichtete.

Die Aufnahme von 1930 zeigt das Haus "Zur Goldenen Waage" in Frankfurt am Main vor seiner Zerstörung im Jahr 1944.

Bis zu 17 Häuser - doppelt so viele wie geplant - sollen originalgetreu wiederaufgebaut werden. Neben den acht städtischen Rekonstruktionen gibt es nach Guntersdorfs Worten für neun weitere historische Bauten Zusagen von Investoren. Mit dem prestigeträchtigen Frankfurter Großprojekt soll im Frühjahr 2012 begonnen werden. Die Neubebauung der Altstadt zwischen Römer (Rathaus) und Kaiserdom ist umstritten. Dafür musste das Technische Rathaus - ein großer Betonklotz aus dem Jahr 1972 - abgerissen werden.

Kosten werden auf 100 Millionen Euro geschätzt

Am 22. März soll entschieden werden, welche Architekten die Neubauten unter den 35 Häusern gestalten sollen. 56 Architekten aus mehreren Ländern haben dafür rund 200 Entwürfe geliefert. In der neuen Altstadt soll künftig eine lebendige Mischung aus Wohnungen, Geschäften und Gastronomie entstehen. Die städtischen Kosten für den Neuaufbau werden auf über 100 Millionen Euro geschätzt. Der „Krönungsweg“, den einst die deutschen Könige und Kaiser zwischen Römer und dem Dom als Krönungsstätte nahmen, soll noch in diesem Jahr auf sein ursprüngliches Niveau abgesenkt werden.

Die Fundamente der ersten Altstadthäuser könnten ebenfalls noch 2011 entstehen. Zu den Häusern, die die Stadt rekonstruieren lässt, gehören das „Rote Haus“ und der Renaissance-Bau „Die Goldene Waage“. Bei den von privaten Investoren geplanten Rekonstruktionen geht es vor allem um Bauten am früheren Hühnermarkt.

Mit „Stadthaus“ soll im Frühjahr begonnen werden

Die Häuser haben meist eine Wohn- und Gewerbefläche zwischen 500 und 800 Quadratmeter. Mit dem „Stadthaus“ in der Altstadt soll ebenfalls im Frühjahr begonnen werden. Der rund acht Millionen Euro teure Bau wird den derzeit freiliegenden „Archäologische Garten“ zwischen Kunsthalle Schirn und Dom überspannen.

Die Reste der karolingischen Pfalz sollen künftig über Aussichtspunkte als „Keimzelle“ Frankfurts neu präsentiert werden. Das Stadtparlament hat das vom Architektenbüro Meurer (Frankfurt/Luxemburg) entworfene Stadthaus, das auch als Versammlungshaus gedacht ist, im Februar abgesegnet.

dpa

Quelle: op-online.de

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