Frankfurter Renn-Klub will Bahn nicht aufgeben

Galopper wollen zur Not teilen

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Noch wird auf der Rennbahn in Niederrad trainiert. Wenn es nach dem Renn-Klub geht, bleibt das auch so.

Frankfurt - Wenn es nach der Stadt Frankfurt geht, traben in gut vier Jahren keine Pferde mehr über die Rennbahn in Niederrad, sondern Nachwuchs-Fußballer über den Rasen. Der Renn-Klub will sich aber nicht vertreiben lassen. Von Lena Marie Jörger 

Fotoapparate klicken, Kugelschreiber klackern – der Andrang bei der Pressekonferenz des Frankfurter Renn-Klubs gestern ist groß. Eigentlich soll es um die Eröffnung der Galoppsport-Saison nächsten Dienstag gehen, doch die Medienvertreter erhoffen sich eher neue Informationen zum geplanten Bau des Leistungszentrums des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) auf dem Rennbahn-Gelände. Doch was der Vereinsvorstand an Neuigkeiten zu vermelden hat, ist wenig.

„Wir warten immer noch auf einen Gesprächstermin mit der Stadtverwaltung“, berichtet Manfred Hellwig, Präsident des Renn-Klubs und Geschäftsführer der Hippodrom GmbH, die die Bahn gepachtet hat und dem Klub für Rennen zur Verfügung stellt. „Einen solchen Termin gibt es bis dato aber nicht.“

Stadt hat Pachtvertrag noch nicht gekündigt

Auch eine offizielle Kündigung des Pachtvertrags, der bis zum Jahr 2024 läuft, liege noch nicht auf Hellwigs Tisch. „Es besteht noch Klärungsbedarf.“ Und zwar in Sachen Finanzen. Unklar ist nämlich, ob die Hippodrom der Stadt Geld schuldet. Wenn dem so wäre, könnte letztere den Pachtvertrag kündigen. Hellwig bestreitet, dass es ausstehende Zahlungen gebe, behauptet stattdessen, die Stadt habe Nebenkosten für Grundsteuer, Müllabfuhr und Straßenreinigung falsch abgerechnet. Die Kosten von 283.000 Euro seien zu hoch, sagte Joachim Schröder, Vorstandsmitglied des Renn-Klubs.

Die Stadt habe demnach die Grundsteuer berechnet, ohne den Bauplatz für das noch nicht fertige Hotel abzuziehen, das mit dem Renn-Klub nichts zu tun habe. Schröder betonte, dass es seitens der Hippodrom wiederum noch offene Forderungen an die Stadt gebe: 547.000 Euro stünden „rein rechnerisch“ noch aus, unter anderem für Investitionen, die Hellwig in die Bahn getätigt habe. Während zwischen Stadt und Renn-Klub beziehungsweise Hippodrom Funkstille herrscht, habe der DFB sich indes schon gemeldet. „Offizielle Gespräche gab es aber noch nicht“, sagte der kommissarische Pressesprecher des Renn-Klubs, Günter Wagner.

Renn-Saison auf der Bahn startet nächsten Dienstag

Man könne sich aber durchaus vorstellen, das Gelände mit den Kickern zu teilen, da der DFB nur etwa ein Drittel der Fläche brauche. „Wir glauben, dass noch nicht geprüft ist, ob es nicht ein Nebeneinander geben kann“, sagte Renn-Klub-Vizepräsident Johannes Peil. Auch er signalisierte noch einmal die Bereitschaft, Gespräche mit der Stadt zu führen. Gleichzeitig warnte er aber davor, denn Rennbetrieb einzustellen, da die Anlage die einzige in Hessen sei. „Wenn der Reitsport in Frankfurt stirbt, wird es nicht mehr möglich sein, ihn an einem anderen Standort wieder aufzubauen.“

Stadt und DFB hatten sich vor zwei Wochen vertraglich auf die Galopprennbahn als Standort für das neue Leistungszentrum geeinigt, das unter anderem vier Fußball-Plätze, Sport- und Funktionsräume sowie ein Athletenhaus umfassen soll. Die Rennbahn-Pächterin Hippodrom pocht dagegen auf den Vertrag mit der Stadt. Mittlerweile setzt sich auch eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Galopprennbahn ein, die es seit 150 Jahren gibt.

Die Renn-Saison beginnt am nächsten Dienstag (8. April). Für dieses Jahr sind sieben Renntage geplant. Die Veranstalter erwarten im Schnitt 7000 Besucher pro Tag. Der jährliche Wettumsatz liege bei über einer Million Euro, hieß es.

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Quelle: op-online.de

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