In Rhein-Main droht der Pflegenotstand

Frankfurt/ Offenbach/Hanau (psh)- Immer mehr offene Stellen im Rhein-Main-Gebiet - aber kaum Bewerber. Der Altenpflege geht die Luft aus, der Fachkräftemangel in den Heimen wird zunehmend spürbarer.

Ein Grund für die Entwicklung: Die Zahl der vom Land finanzierten Ausbildungsplätze ist begrenzt. „Die Beschäftigten in den Altenheimen und den ambulanten Pflegediensten sind an der physischen und psychischen Belastungsgrenze angelangt“, beschreibt Jens Ahäuser von der Gewerkschaft ver.di die Situation. „Eine Verbesserung wird nur eintreten, wenn mehr Personal eingesetzt werden kann.“ Gemeinsam mit Geschäftsführern aus hessischen Pflegeeinrichtungen wird am 21. September bei einer Kundgebung vor dem Wohnstift in Hanau auf die Misere aufmerksam gemacht.

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Auch für Martin Glaub vom Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau gilt Alarmstufe Rot. Für ihn steht fest, dass der Mangel an qualifiziertem Personal im Pflegebereich auch daran liegt, dass es an Pflegeschulen eine Deckelung auf 3.500 Ausbildungsplätze gäbe, der durch das Land über Zuschüsse gesteuert würde.

Derzeit wird mit dem Sozialministerium in Wiesbaden verhandelt. Zudem verweist Glaub auf die mangelnde Attraktivität des Pflegeberufs und rechnet - nicht nur angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland - mit einer weiteren massiven Verschärfung der Situation in den Heimen: „Die in Planung bzw. im Bau befindlichen neuen stationären Pflegeeinrichtungen in Stadt und Kreis Offenbach - es geht um 1000 zusätzlich Betten - benötigen natürlich auch zusätzliche Fachpflegekräfte.“

Quelle: op-online.de

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