Rhein-Main-Region unter Strom setzen

Frankfurt - Die Rhein-Main-Region soll zum „Schaufenster der Elektromobilität“ werden. Das Land Hessen will sich mit der sogenannten Mobilitätsregion Frankfurt Rhein-Main an einer entsprechenden Ausschreibung der Bundesregierung beteiligen. Von Christian Riethmüller

Wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gestern in Frankfurt sagte, würden bei einer erfolgreichen Bewerbung „im Bereich der Zukunftstechnologie Elektromobilität“ Fördermittel in Höhe von rund 40 Millionen Euro nach Hessen geholt. Das Land selbst will in den nächsten drei Jahren den Anteil des Bundes um 22 Millionen Euro aufstocken. Hinzu kommen die Investitionen von mehr als 100 Projektpartnern aus den Bereichen Wirtschaft, Forschung und öffentliche Hand: Beantragt seien bereits 134 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 156 Millionen Euro. Wie von der Hessischen Staatskanzlei gestern zu hören war, ist bis Anfang April mit einer Entscheidung der Bundesregierung über die „Schaufenster“ zu rechnen, von denen es bundesweit drei bis fünf geben soll.

Bouffier: Hessen wird nicht scheitern

Neben der Mobilitätsregion Frankfurt Rhein-Main, die das Gebiet von Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt, Hanau, Teile von Rheinland-Pfalz (insbesondere Mainz) und die Region bayerischer Untermain um Aschaffenburg umfasst, dürften sich auch die übrigen Metropolregionen in Deutschland - etwa Ruhrgebiet, Berlin, München oder Stuttgart - für das Programm bewerben. Trotzdem wird Hessen nach Meinung des Ministerpräsidenten nicht mit der Bewerbung scheitern. „Hessen ist einer der wirtschaftsstärksten Standorte Deutschlands. Als Transitland und Logistikstandort ist die Mobilität einer der wichtigsten Standortfaktoren“, sagte Bouffier, der versprach, auch im unwahrscheinlichen Fall einer Ablehnung werde das Land die Entwicklung der Elektromobilität fördern - dann vielleicht in kleineren Dimensionen oder über einen längeren Zeitraum gestreckt.

Bis 2020 eine Million Elektroautos

Mit dem Programm verfolgt der Bund das Ziel, Deutschland zu einem Leitmarkt und einem der wichtigsten Anbieter für Elektromobilität zu entwickeln. Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein, lautet das Ziel. Rund 75.000 davon könnten durch Hessen rollen, sagte Bouffier, der die Elektromobilität sowohl in Hinblick auf Umweltverträglichkeit und Klimaschutz pries, wie er auch positive Effekte für Wirtschaft und Forschung in der Region hervorhob.

Solche Effekte erwarten sich auch die vielen Projektpartner, zu denen große Unternehmen wie die Adam Opel AG, die Deutsche Lufthansa AG und die Fraport AG, aber auch mittelständische Firmen gehören. Die Umschläge mit den Bewerbungen etwa sind gestern mit einem Elektrofahrzeug von Opel nach Berlin geschickt worden. Karl-Friedrich Stracke, Vorstandsvorsitzender von Opel, sagte gestern, die Entwicklung solch grundsätzlicher Zukunftstechnologien wie eines alltagstauglichen Elektrofahrzeugs erfordere die Bündelung von Kräften. Holger Hanselka, Leiter des Fraunhofer-Instituts in Darmstadt, pflichtete ihm bei: Das Thema Elektromobilität bringe Akteure zusammen, die vorher nichts miteinander zu tun hatten.

Quelle: op-online.de

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