Preise bis zu 94 Prozent über Durchschnitt

Rhein-Main teures Pflaster für Mieter

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Wohnen ist in Rhein-Main besonders teuer. Die Preise in Frankfurt sind besonders happig.

Offenbach/Nürnberg -  Egal ob mitten in der Stadt oder weiter draußen im Speckgürtel: Wer im Einzugsgebiet von Frankfurt lebt, muss für seine Mietwohnung tief in die Tasche greifen. Am teuersten ist Frankfurt selbst. Preiswerter geht es in Hanau, Friedberg und Offenbach.

Frankfurt ist für Mieter das teuerste Pflaster. Das hat der Preisvergleich von zwölf ausgewählten Städten des Rhein-Main-Gebiets von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale, ergeben. Dort liegt der durchschnittliche Mietpreis (Nettokaltmiete bei Neuvermietung) derzeit bei 12,80 Euro pro Quadratmeter und damit 94 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (6,60 Euro). Aber auch in den kleineren Kommunen wie Eschborn oder Bad Soden müssen Mieter mit Preisen zwischen zehn und elf Euro rechnen.

Doch natürlich gibt es im Rhein-Main-Gebiet auch preiswertere Alternativen: Wer ganz nah an Frankfurt wohnen will, sollte nach Offenbach (8,20 Euro) ziehen. Weiter draußen findet man in Friedberg und Hanau Mietwohnungen für im Schnitt 7,40 bzw. 7,30 Euro pro Quadratmeter. Das mache die beide Kommunen vor allem für Familien interessant, hieß es.

Hochtaununs fast genauso teuer wie Frankfurt

Unberührt vom Lärm der Großstadt und in bester Gesellschaft lebt es sich zum Beispiel im Hochtaunus. In Kronberg, Königstein oder Bad Homburg zahlen Mieter im Durchschnitt zwischen 10,30 Euro und 10,60 Euro pro Quadratmeter und damit fast so viel wie in manchem Quartier direkt in Frankfurt. Teuer wohnt es sich auch in den Städten, die für sich genommen bereits wichtige Standorte sind. In den beiden Landeshauptstädten Mainz (10,10 Euro) und Wiesbaden (9,60 Euro) etwa schlägt sich die Nähe zu Frankfurt nur als ein zusätzlicher Faktor nieder, der die Höhe der Mieten beeinflusst. Auch Darmstadt erreicht dadurch ein beachtliches Mietniveau von 9,70 Euro pro Quadratmeter.

Dass die Erreichbarkeit Frankfurts die Mietpreise im Umkreis kräftig befeuert, liege an dem gut ausgebauten Nahverkehr und dem engmaschigen Verkehrsnetz, so die Experten. Die Region habe sich längst in einen großen Transitraum für Tausende von Pendlern verwandelt. Im Rhein-Main-Gebiet könne man ländlich wohnen, ohne auf die Vorteile der nahen Stadt zu verzichten, hieß es.

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Das insgesamt hohe Mietniveau im Rhein-Main-Gebiet verharre in den vergangenen Jahren vielerorts auf einem hohen Niveau. In sieben der zwölf Kommunen stiegen die Mietpreise seit 2008 schneller als die Inflation im selben Zeitraum (zehn Prozent). Dazu gehört zuallererst Frankfurt (plus 17 Prozent), wo der Wohnungsneubau hinter der steigenden Nachfrage zurückbleibt. Den zweitgrößten Mietanstieg erlebte Wiesbaden (plus 16 Prozent), danach folgen Königstein (13 Prozent) und Hanau (zwölf Prozent). In Offenbach kletterte die Durchschnittsmiete von 7,40 Euro im Jahr 2008 auf 8,20 Euro im ersten Halbjahr 2013 - ein Anstieg von elf Prozent.

(sjm)

Quelle: op-online.de

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