Rhein zieht es in die Heimat zurück

Frankfurt - Er ist erst 39 Jahre alt. Doch Boris Rhein gilt schon seit Jahren als eines der großen Talente in der Hessen-CDU.

Zielstrebig hat sich der Landes-Innenminister frühzeitig als möglicher Nachfolger von Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth in Position gebracht. Vor dreieinhalb Jahren wurde der gebürtige Frankfurter in seiner Heimatstadt CDU-Chef - und er hat seitdem immer wieder klargemacht, dass bei der Kür des OB-Kandidaten nach Ende der Ära Roth an ihm kein Weg in den Römer vorbeiführen wird.

Rhein hat eine steile Karriere hinter sich. Bereits als Twen gehört er zur Führungsspitze der Jungen Union . Mit 27 Jahren sitzt der Jurist im Wiesbadener Landtag. Sieben Jahre später wird er Rechtsdezernent in Frankfurt, bevor er dann in der Hessen-Metropole auch die Parteiführung der Union übernimmt. Im Februar 2009 geht er wieder in die Landespolitik und wird Staatssekretär im Innenministerium. Eineinhalb Jahre später übernimmt er im Ministerium die Chefstelle, nachdem Innenminister Volker Bouffier als Nachfolger von Roland Koch zum Ministerpräsidenten aufsteigt.

Dynamisch und agil

Dynamisch und agil - so präsentiert sich Rhein gerne nach außen. Und trotz seiner jungen Jahre ist er ein gewiefter Parteistratege, der als durchsetzungsfähig gilt. Der wendige Rhein lässt sich auch nicht auf die grundsätzlich konservative Linie der Hessen-CDU festlegen. Zwar gibt er gerne den forschen Law-und-Order-Mann und ist eher ein Wirtschaftsliberaler. Gesellschaftspolitisch hat er aber keine Berührungsängste mit den Grünen, mit denen er gut im Magistrat des multikulturellen Frankfurt zusammengearbeitet hat. Was wenig bekannt ist: Rhein hat den Wehrdienst verweigert. Zuletzt hat Rheins Karriere jedoch einen leichten Knick gekriegt. In Wiesbaden sieht er sich derzeit mit einigen Polizeiskandalen konfrontiert - Altlasten seine Vorgängers. Rhein kommt einfach nicht aus der Defensive heraus. Der Wechsel in den Frankfurter Römer scheint da umso verheißungsvoller.

Der katholische Rhein, ein großer Fan der Frankfurter Eintracht, ist mit einer Richterin verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Vater war einst auch im Römer aktiv - als Schuldezernent der SPD, bevor er zur CDU übertrat.

dpa

Quelle: op-online.de

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