Richtfest im Senckenberg-Forschungsinstitut

Ein Umbau mit mancher Überraschung

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Die alte Bausubstanz bleibt - wenn möglich - erhalten, wird aber auch den Bedürfnissen des Forschungsinstituts angepasst. Die alte Bausubstanz bleibt - wenn möglich - erhalten, wird aber auch den Bedürfnissen des Forschungsinstituts angepasst.

Frankfurt - Der Umbau des Forschungsinstituts Senckenberg kommt gut voran. Am Freitag konnte Richtfest gefeiert werden. Und dies in der Gewissheit, noch im Kosten- und im Zeitplan zu sein - trotz mancher Überraschungen. Von Christian Riethmüller 

„Wir bauen alte Häuser von innen heraus neu“, sagt Peter Kulka. „Das ist immer eine planerische Herausforderung“. Die alten Häuser, von denen der Architekt spricht, sind das ehemalige Hauptgebäude der Universität Frankfurt - der Jügelbau - und das Gebäude, in dem einst die Physik-Fakultät (Alte Physik) untergebracht war. Die fast hundert Jahre alten Bauten gehören nun Senckenberg und werden seit dem Frühjahr 2014 umfassend saniert und für die Bedürfnisse des Forschungsinstituts umgebaut.

Die beiden Gebäude sollen künftig Sammlungen, Labore und Arbeitsräume beherbergen. Deshalb müssen sie nicht nur energetisch und sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch den speziellen Bedürfnissen einer Forschungseinrichtung mit einer viele Millionen Exemplare umfassenden Sammlung angepasst werden - und den Anforderungen des Denkmalschutzes genügen.

Das funktioniert bis jetzt zu aller Zufriedenheit. Wie Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, am Freitag beim Richtfest sagte, werden bisher sowohl der Terminplan als auch der Finanzrahmen eingehalten. Ende 2018 sollen die Arbeiten fertig sein, die den Schätzungen zufolge 116,8 Millionen Euro kosten. Davon tragen der Bund ca. 71 Millionen Euro und das Land Hessen etwa 46 Millionen Euro.

Die Rohbauarbeiten im Jügelbau sowie in der Alten Physik sind fast abgeschlossen und die Dachtragewerke bereits errichtet oder in der Montage. Überraschungen sind nach Angaben von Projektleiter Gerd Mangel allerdings nicht ausgeblieben. So waren etwa Bodenplatten, die erneuert werden mussten, mehr als einen Meter stark, statt der vermuteten 30 Zentimeter. Anderseits waren Decken im Jügelbau plötzlich nur drei Zentimeter dünn und hätten nie die tonnenschweren Lasten der wertvollen Sammlungen tragen können. Diese Decken mussten komplett erneuert werden. Auch alte Stuckornamente oder ein eingelassener Brunnen mit Muschelornament kamen unter Deckenabhängung und hinter Verkleidung zum Vorschein. Sie sollen künftig zu sehen sein.

Quelle: op-online.de

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