Riesenärger- aber haufenweise

Fulda - Kleine Haufen, großer Ärger: Die Kommunen bekommen das Problem mit dem Hundekot einfach nicht bereinigt. Viele Städte in Hessen klagen darüber, dass etliche Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner partout nicht entsorgen, wie eine Umfrage ergab. Von Jörn Perske

Deswegen wenden sich immer wieder erzürnte Bürger mit bitterbösen Beschwerden an die Verwaltungen. Die Landeshauptstadt Wiesbaden bilanziert: „Die Hundehalter sind insgesamt rücksichtsloser geworden.“ Wenn aufklärende und ermahnende Gespräche mit Herrchen und Frauchen nichts bringen, werden in den Städten Bußgelder verhängt.

Untätig sind die Städte nicht, im Gegenteil: Sie tun viel für mehr Sauberkeit. Es gibt Beutelspender, Kampagnen zur Verhaltensänderung - und natürlich die Möglichkeit der Bußgelder. Das große Problem ist aber: Ignorante Hundehalter lassen sich selten auf frischer Tat ertappen und lassen den Haufen einfach liegen.

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Vermehrte Kontrollen geplant

„Die Menge an Hundekot ist zwar nicht mehr geworden, aber die Sensibilität dafür ist gewachsen. Es ist ein Problem der subjektiven Wahrnehmung“, sagte Stadtsprecherin Sigrid Dreiseitel aus DARMSTADT. Die Stadt droht Hundehaltern mit einer Strafe von 25 Euro. Doch in den vergangenen zwei Jahren wurden gerade mal zwei Bußgeldverfahren angestrengt. Werbung für einen verantwortlicheren Umgang mit Bellos Exkrementen macht die Stadt nicht.

FRANKFURT will mit saftigen Bußgeldern abschrecken. 80 Euro Bußgeld werden verhängt. Wer Hundehaufen auf Kinderspielplätzen liegen lässt, muss das Doppelte berappen. Wie viel insgesamt jährlich deswegen eingenommen wird - darüber gibt es keine Statistiken, heißt es. Doch die Stadt kassiert nicht nur, sie informiert auch - es gibt Kampagnen und Plakate. Doch so richtig viel scheint es nicht zu bringen: „Es liegt weiterhin gleich viel Hundekot herum“, sagte Michael Eickenboom von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Die Beutelspender würden auch häufig Ziel von Vandalen oder auch Menschen, die sich am Tütenvorrat für andere Zwecke bedienen.

Kosten für’s Saubermachen steigen

HANAU hat die Nase voll und schickt seine Kontrolleure vom Ordnungsamt häufiger auf Streife. Denn die Kosten für’s Saubermachen steigen, der Personaleinsatz ebenso. Stadtsprecherin Ute Wolf sagte: „Das von Hundehaltern gern verwendete Argument ‘Ich zahle doch Hundesteuer!’ greift nicht, da die Hundesteuer keine Service-Gebühr für das Entfernen von Hundehaufen ist.“ Hundekot müsse selbst entsorgt werden, weil er als Abfall gelte und auch gefährliche Krankheitserreger enthalten könne. In Hanau werden Bußgelder von 50 Euro an aufwärts verteilt. Fünf Verfahren wurden 2011 eingeleitet.

Die Landeshauptstadt WIESBADEN errechnete, dass täglich 2000 Hundehaufen im Stadtgebiet liegenbleiben, ehe sie von der Straßenreinigung beseitigt werden. In manchen Gebieten sei die Belastung so hoch, dass die Grünpflege stark eingeschränkt worden sei. Die Einrichtung von Hundetoiletten habe sich als untauglich erwiesen. In Wiesbaden werden Bußgelder nach einer Erhöhung nunmehr zwischen 100 und 250 Euro verhängt, das ist deutlich mehr als andernorts. In den vergangenen beiden Jahren mussten 36 Hundehalter zahlen.

Offenbach führt Hundekontrolltage durch

In OFFENBACH sind liegengelassene Hundehaufen ebenfalls „weiter ein Problem“. Dabei sind Hundehalter seit 2007 verpflichtet, Kot-Tüten beim Gassi-Gehen mitzuführen. So besagt es die städtische Abfallsatzung. Offenbach war die erste Stadt Hessens, die das so vorgab. Das Aufkommen an Hundehaufen sei aber mittlerweile durch die vereinten Anstrengungen leicht rückläufig.

Offenbach führt sogar Hundekontrolltage durch und prüft, ob die Hundehalter auch ein Beutelchen für die Haufen dabei haben. Folgsame Herrchen bekommen Leckerlis für ihre Tiere. Neben „Observationen“ hätten auch Infokampagnen an Bedeutung gewonnen, berichtet die Stadt. Außerdem kann ein spezielles Motorrad namens „Rex“ auf den Weg geschickt werden, um die Sauerei zu bereinigen. Wer den Haufen liegen lässt, muss 75 Euro, wer keine Kottüte dabei hat 10 Euro zahlen. dpa

Quelle: op-online.de

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