Streik kann Ansehen von Lufthansa schädigen

Ringen ist gefährlich

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Frankfurt - Der Arbeitskampf der Flugbegleiter bei der Lufthansa (LH) spitzt sich zu. Sie werden kurzfristig aber keine Unterstützung der Piloten erhalten.

Deren Tarifverhandlungen werden erst im Oktober fortgesetzt, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Jörg Handwerg. Mit der Lufthansa stehe man in Verhandlungen. Für heute wird mit Streiks der Flugbegleiter gerechnet. LH informierte Kunden: „Es ist mit Streichungen und Verspätungen von Lufthansa-Flügen zu rechnen. Flüge der Regional- und Tochtergesellschaften werden nicht betroffen sein. “.

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Wie bewerten beide Seiten die erste Streikwelle am Freitag?

Die Gewerkschaft spricht von einem Erfolg. Mit einer derart hohen Beteiligung habe man nicht gerechnet, sagt Nicoley Baublies, Chef der Kabinengewerkschaft Ufo. Auch aus anderen Abteilungen habe man Unterstützung erfahren. LH klagt über 190 ausgefallene Flüge und 26 000 betroffene Passagieren. Das waren aber nur knapp über zehn Prozent des Lufthansa-Flugplans an diesem Tag. Den Schaden kann Europas größte Fluggesellschaft noch nicht beziffern.

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Von wem erfahre ich, ob mein Flug ausfällt?

Weiterhin wissen das nur die Fluggesellschaften beziehungsweise bei Pauschalreisen die Veranstalter. Sie nutzen alle Kanäle wie Hotlines und Homepages sowie personalisierte Informationen über Mails und SMS. An den Schaltern am Frankfurter Flughafen haben sich am Freitag schnell lange Schlangen gebildet, obwohl zusätzliches Personal eingesetzt worden war.

Gibt es Signale für die Wiederaufnahme der Verhandlungen?

Bislang nicht. Beide Seiten berichten übereinstimmend, dass es am Wochenende keinen Kontakt gab. Während Ufo ein neues Angebot verlangt, pocht die Lufthansa auf ihre umfassende Offerte, die mit Jobgarantien und Schutz vor Leiharbeit verbunden gewesen sei.

Was steht für die Lufthansa auf dem Spiel?

Das Management will niedrigere Gehaltsstrukturen durchsetzen, um seine Personalkosten dauerhaft auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken. Für die Flugbegleiter ist hingegen das Premium-Image zwingend mit einer auskömmlichen Bezahlung des gut qualifizierten Personals verbunden. Gefährliches Ringen: Die Streiks könnten das Ansehen der Lufthansa und des Umsteigeflughafens Frankfurt insbesondere in Asien schädigen.

Kann Lufthansa die Streiks auf juristischem Weg stoppen?

Sie prüft es zumindest. Wie kein anderes deutsches Unternehmen ist Lufthansa vom Agieren kleiner Spartengewerkschaften getroffen. Deren voneinander unabhängiges Wirken in einem Betrieb ist vom Bundesarbeitsgericht höchstrichterlich abgesegnet, seit es 2010 den Grundsatz der Tarifeinheit aufgegeben hat. Personalvorstand Stefan Lauer hat deswegen bereits ein besonderes Gesetz zum Schutz von Infrastrukturunternehmen gefordert. Nach aktueller Rechtslage käme es darauf an, die Unverhältnismäßigkeit eines Streiks nachzuweisen. Dafür mangelt es den Gerichten an klaren Kriterien.

dpa 

Quelle: op-online.de

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