Trotz Einschränkungen

RMV erhöht Fahrpreise

Frankfurt - Moderate Erhöhung der Fahrpreise für Busse und Bahnen im Rhein-Main-Gebiet. Wer aber ohne Ticket fährt, muss 50 Prozent mehr berappen. Der Verkehrsclub Deutschland hatte wegen erheblicher Beeinträchtigungen im S-Bahnverkehr eine Nullrunde gefordert.

Tickets für Busse und Bahnen im Rhein-Main-Gebiet kosten im nächsten Jahr durchschnittlich 1,85 Prozent mehr als bisher. Das habe der Aufsichtsrat des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) heute in Frankfurt beschlossen, teilte das Unternehmen mit. Für Schwarzfahrer wird es 50 Prozent teurer. Als "erhöhtes Beförderungsentgelt" werden schon ab August 60 statt bisher 40 Euro fällig. In der 20-jährigen Geschichte des RMV sei es das dritte Mal, dass die Preiserhöhung unter zwei Prozent bleibe, sagte ein Sprecher. Die Erhöhung entspreche den gestiegenen laufenden Kosten.

Im vergangenen Jahr hatte der Verbund die Ticketpreise im Schnitt um 3,45 Prozent angehoben. Der RMV gehört zu den größten Verkehrsverbünden in Deutschland. Im vergangenen Jahr fuhren rund 715 Millionen Fahrgäste mit seinen Bussen und Bahnen im Rhein-Main-Gebiet, 35 Prozehnt mehr als 1995. Drei bis vier Prozent der Fahrgäste sind nach Angaben des Unternehmens als Schwarzfahrer unterwegs. Damit entgingen dem RMV jährlich rund 25 Millionen Euro, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Mit mehr Kontrollen soll die Quote auf zwei bis drei Prozent gesenkt werden. Insgesamt kann der RMV seine Kosten nur zu 56 Prozent aus dem Ticketverkauf decken.

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Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte eine Nullrunde gefordert. In einem offenen Brief an die Mitglieder des RMV-Aufsichtsrats führte der Club unter anderem streikbedingte Ausfälle und die Sperrung des S-Bahntunnels im Sommer an. Das bedeute erhebliche Einschränkungen für die Kunden, die anders als Wohnungsmieter nicht die Möglichkeit hätten, ihre Zahlungen bei Leistungsbeschränkung zu kürzen. Fahrgäste müssen in diesem und den beiden kommenden Jahren einen Komfortverlust in Kauf nehmen.

Während der hessischen Sommerferien vom 25. Juli bis zum 25. August wird der S-Bahntunnel unter der Frankfurter Innenstadt komplett gesperrt, fünf der wichtigsten Stationen können nicht angefahren werden. Fahrgäste müssen auf Busse und Straßenbahnen umsteigen. Grund ist der Bau eines neuen elektronischen Stellwerks als Ersatz für das alte aus dem Jahr 1978. Auch in den kommenden beiden Jahren soll der Tunnel unter der Stadt jeweils einige Wochen gesperrt werden. Die unterirdische Strecke ist das Kernstück im S-Bahnnetz des Rhein-Main-Gebiets, acht Linien fahren auf der Strecke.

Quelle: op-online.de

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