VCD: „RMV ist nicht alleine schuld“

Frankfurt - Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert die vorgesehenen Tariferhöhungen im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Zwar falle die Erhöhung mit durchschnittlich 2,44 Prozent etwas moderater aus als in den Vorjahren, dennoch sei auch diese Anhebung ein Schritt in die falsche Richtung. Die Ticketpreise, dies würden Vergleiche durch den Umweltverband belegen, lägen gerade in der Rhein-Main-Region schon bisher 20 bis 30 Prozent über dem Niveau anderer deutscher Verkehrsverbünde.

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Der Sprecher der VCD Regionalgruppe Rhein-Main, Holger Greiner, konstatierte jedoch, dass Verbünde wie der RMV nur zu einem Teil für die Misere verantwortlich zu machen seien, denn bei der Landesregierung fehle bislang das Bewusstsein für die dringend erforderliche Weiterentwicklung des Nahverkehrs. Knappe Ressourcen würden immer noch für „fragwürdige Infrastruktur-Ausbauprojekte im Bereich des Straßenneubaus verschwendet“, während für nachhaltige Verkehrsträger kaum Mittel zur Verfügung stünden.

Der VCD fordert die neue hessische Landesregierung eindringlich auf, die jahrzehntelange Vernachlässigung des öffentlichen Verkehrs zu beenden. Auch sei es dringend geboten, über andere Möglichkeiten der Nahverkehrsfinanzierung, wie Umlageverfahren oder etwa die Einbeziehung der Wirtschaft, die besonders von einer guten Infrastruktur-Ausstattung profitiere, nachzudenken. Wegen der unzureichenden oder in die Jahre gekommenen Infrastruktur, so Greiner, häuften sich Störungen, die von den Pendlern auf Dauer nicht toleriert würden. Das Umsteigen vom Auto auf Bus und Bahn könne so sicherlich nicht gefördert werden. Wenn der RMV trotzdem immer wieder steigende Fahrgastzahlen melde, stehe dies wohl eher mit der positiven Bevölkerungsentwicklung in der Rhein-Main-Region und insbesondere der Mainmetropole Frankfurt in Zusammenhang.

(mic)

Quelle: op-online.de

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