Rockige Energiewende

Frankfurt - Was die Politik in vielen Jahren nicht geschafft hat, erreichte jetzt eine Band innerhalb kurzer Zeit: die Energiewende. Von Niels Britsch

Die Gruppe „Sun Power & Groove“ hat sich von der herkömmlichen Stromversorgung unabhängig gemacht und einen solarbetriebenen Röhrenverstärker entwickelt. Die vier Musiker können nun ohne Steckdose Konzerte geben. Bei einem Kurzauftritt in einem Gasthaus in Oberrad stellten die ökologischen Vordenker der Rockmusik ihr Projekt vor - eine in jeder Hinsicht ungewöhnliche Musikveranstaltung. Denn schon die Uhrzeit ist für ein Rockkonzert eher untypisch: Um 11 Uhr vormittags klingen aus dem Biergarten des Gasthofes „Zum Hirsch“ die Blues- und Rockklänge des Quartetts. Neben dem üblichen Equipment steht eine kleine Photovoltaikanlage, an die die Musiktechnik angeschlossen ist. Und obwohl normalerweise ein Röhrenverstärker viel mehr Energie verbraucht als herkömmliche Soundsysteme, kann die Gruppe ohne schlechtes Gewissen einen solchen Stromfresser benutzen, denn es ist ja sauberer Strom.

„Ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, wollen wir zeigen, dass es auch anders geht“, sagt Gitarrist und Sänger Thomas Reußenzehn. „Klassische Musik braucht keinen Strom, aber bei Rockmusik ist Verstärkung notwendig.“ Florian Reußenzahn - Sohn von Sänger Thomas - hatte die außergewöhnliche Idee im Zusammenhang mit seiner Diplomarbeit. Kurzerhand entwickelte er mit Bassist Florian Reheis und dem Papa den ökologischen Röhrenverstärker. Auch wenn die Sonne mal nicht scheint, kann die Band auftreten, denn ein Akku speichert die Energie, die dann für zweieinhalb Stunden reicht - da ist sogar eine Zugabe drin. Weiterer Vorteil: „Wir können überall auftreten, unabhängig ob es ein Stromnetz gibt.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Britsch

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