„Engagement braucht Leadership“ soll Vorstände fit machen für Führungsaufgaben

Rödermark lotet mit Vereinen neue Wege aus

Offenbach/Rödermark - Ehrenamtlicher Vereinsboss dringend gesucht - statt einfach nur darauf zu hoffen, dass sich schon irgendwer irgendwann finden wird, geht man in Rödermark das Problem systematisch an.

Seit Herbst vergangenen Jahres arbeitet die Stadt im Projekt „Engagement braucht Leadership“ mit, das die Robert-Bosch-Stiftung initiiert hat. An insgesamt 13 Standorten in Hessen sollen in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen und der Ehrenamtsagentur Hessen in sogenannten Werkstatt-Teams Handlungsanweisungen für die erfolgreiche Suche und Förderung von Vereinsvorständen erarbeitet werden. Mit dabei sind neben Rödermark beispielsweise die Stadt Maintal und der Sportkreis Main-Kinzig, aber auch der Jugendring Hessen. Bis Ende September nächsten Jahres soll das Projekt laufen.

In Rödermark haben sich nach Auskunft der Ehrenamtsbeauftragten Elke Heidelbach, die das Projekt koordiniert, sechs Vereine, darunter Sportclubs, Gesangs- und Künstlergruppen, mit dem Ehrenamtsbüro der Stadt und der kommunalen Projektgruppe Leitbild zu einem Werkstatt-Team zusammengeschlossen. Ihre Ziele: Unter anderem das Image von Vorstandsarbeit verbessern und modernisieren, bessere Organisation und Qualifizierung von Vorständen, Potenziale für vereinsübergreifende Arbeit ausloten, aber auch das demokratische Miteinander im Verein stärken, also etwa durch Social Media neue Strukturen bei der Beteiligung an der Vereinsarbeit anbieten.

In einem ersten Schritt wird zurzeit via Fragebogen eine Art Bestandsaufnahme der Vereine vor Ort gemacht. Themen sind dabei unter anderem: Wie alt sind die Vorstände und wie viel Zeit stecken sie in die Vereinsarbeit? Wie sieht die Mitgliederstruktur aus und wie steht es mit der Bereitschaft zur Kooperation mit anderen Vereinen? Aber auch um den Einsatz neuer Medien in der Vereinsarbeit geht es. Im Sommer rechnet Heidelbach mit Ergebnissen.

Aus Sicht der Ehrenamtsbeauftragten sind viele Vereinsmitglieder nicht mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dies sei aber angesichts der vielfältigen Aufgaben in der Berufswelt und der immer knapper werdenden Freizeit kein Wunder. Übernehme dann tatsächlich jemand Vereinsaufgaben, habe er oft sehr schnell viele Funktionen zu erledigen. Andererseits sei „ihr“ Verein für viele Menschen immer noch etwas ganz Besonderes, ein Identifikationspunkt.

ad

Quelle: op-online.de

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