Rot-Grün schwächt ab

Neuer Vorstoß bei Windvorranggebieten

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Wo sollen sie stehen?

Frankfurt (mic) - Die Regionalversammlung Südhessen hat mit ihrer rot-grünen Mehrheit die Vorschriften der Landesregierung zur Errichtung von Windvorranggebieten abgeschwächt. Ziel ist es, auf diese Weise mehr Windräder zulassen zu können.

Im Entwurf des Landesentwicklungsplanes wird beispielsweise festgelegt, dass die Windgeschwindigkeit in jenen Gebieten in 140 Metern Höhe mindestens 5,75 Meter pro Sekunde betragen müsse. Rot-Grün hingegen befürchtet, dass derart strikte Vorgaben das bereits gesetzte Ziel gefährden, Hessen im Jahre 2050 vollständig durch erneuerbare Energien zu versorgen.

Deshalb sollen zwei Prozent der Fläche des Landes für die Errichtung von Windenergieanlagen vorgesehen werden. In ihrer Stellungnahme zur Änderung des Landesentwicklungsplanes haben die Vertreter von SPD und Grünen vier Kriterien schwächer formuliert: Dabei geht es um den Mindestabstand zu Wohnhäusern, die Mindest-Windgeschwindigkeit, die Bedingungen für den Bau von Windrädern in Schutzwäldern und die Mindestgröße von 30 Hektar, die ein Windvorranggebiet haben soll.

Konsens des Energiegipfels

Die CDU befürchtet hingegen, dass diese Empfehlungen an die Landesregierung den Konsens des Energiegipfels gefährden. Man sieht die Gefahr, dass die Akzeptanz von alternativen Energiequellen wie eben Windanlagen in der Bevölkerung leiden könnte.

Im Regionalverband hatten Experten kürzlich festgestellt, dass die bisher durch den Landesentwicklungsplan formulierten Bedingungen für Windanlagen bei der Windgeschwindigkeit dazu führen könnten, dass Windanlagen in den Kreisen Offenbach, Groß-Gerau und im Westen des Main-Kinzig-Kreises nicht gebaut werden dürfen.

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Die Regionalplaner von SPD und Grünen sehen sich in ihrer Haltung außerdem bestätigt durch ein regionales Energiekonzept der Landesregierung. In dem bisher nicht veröffentlichten Gutachten werde ein geringerer Mindestabstand zur Wohnbebauung sowie eine Absenkung der Anforderungen zu den Mindest-Windgeschwindigkeiten angeregt, wenn man weiter das Ziel verfolge, in Südhessen zwei Prozent der Fläche einzusetzen.

Quelle: op-online.de

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