Mit roten Plaketten ab Januar keine Zufahrt

Frankfurt ‐ Modernere Autos, weniger Dieselruß in der Luft, nur das Wetter spielt nicht mit. Frankfurt, das vor einem guten Jahr fast das gesamte Stadtgebiet zur Umweltzone erklärte, zieht nach 15 Monaten eine verhalten positive Bilanz und hofft auf mehr Erfolg, wenn zum Jahresbeginn 2010 die nächste Stufe in Kraft tritt. Von Sabine Ränsch (dpa)

Ob die Einführung der Umweltzone bereits Auswirkungen auf die Feinstaubkonzentration in der Stadt hat, kann noch nicht verlässlich beantwortet werden“, sagt Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne).

Wie in mehreren anderen deutschen Städten dürfen vom 1. Januar an nur noch Autos in der Stadt unterwegs sein, die eine grüne oder gelbe Feinstaubplakette haben - rote Plaketten müssen draußen bleiben. In Frankfurt sind davon rund 8000 der 315.000 in der Stadt zugelassenen Fahrzeuge betroffen. In den meisten anderen der mehr als 30 deutschen Umweltzonen gilt die Verschärfung erst später. Besonders streng aber sind Berlin und Hannover: hier dürfen schon ab Januar nur noch Autos mit grüner Plakette fahren. Dies gilt in Frankfurt erst ab 2012.

Frankfurt ist mit rund 675.000 Einwohnern das Zentrum des Ballungsraums Rhein-Main mit 2,2 Millionen Einwohnern. Keine der Nachbarstädte von Offenbach bis Mainz hat Umweltzonen, die nächste ist in Mannheim. Zusätzlich zu den Autos mit Frankfurter Kennzeichen sind rund 200 000 Pendler-Autos in der Stadt unterwegs - auch für sie gilt Plakettenpflicht. Aber wie viele davon nun nicht mehr in die Stadt fahren dürfen, kann die Stadt nicht sagen.

Umweltzone haben geholfen, Fahrzeugbestand zu modernisieren

Trotz Umweltzone wurde allerdings auch in diesem Jahr in Frankfurt an zahlreichen Tagen der EU-Feinstaub-Grenzwert von durchschnittlich 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft übertroffen. Schon vor Weihnachten registrierte das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie mehr als die erlaubten 35 Überschreitungs-Tage. Vor allem das Wetter im Januar sei dafür verantwortlich, meint Dezernentin Rottmann: Damals habe eine Inversionslage geherrscht, in der sich die Schadstoffe in Bodennähe sammelten und wegen des fehlenden Windes nicht abtransportiert wurden. In den Monaten ohne Inversion sei der Feinstaubgehalt in Frankfurt um zehn Prozent gesunken, sagt Rottmanns Referent Wendelin Friedel.

Auf jeden Fall habe die Umweltzone aber geholfen, den Fahrzeugbestand zu modernisieren. Einen zusätzlichen positiven Effekt habe sicher auch die Abwrackprämie gehabt. Inzwischen haben 87 Prozent der in Frankfurt zugelassenen Personenautos eine grüne Plakette, gut 11.000 mehr als Anfang 2009. Bei den Nutzfahrzeugen, die besonders viel schädliche Diesel-Partikel ausstoßen, stieg der Anteil mit grüner Plakette von 31 Prozent auf 47 Prozent.    Die Stadt selbst bemüht sich, mit gutem Beispiel voranzugehen. Nach und nach werden Personenwagen und Lastwagen erneuert. Für Buslinien wird Schadstoffarmut zur Bedingung gemacht.

Autofahrer, die ab Januar mit roter Plakette in der Stadt erwischt werden, könnten nicht mit einer Schonfrist rechnen, sagt Friedel. 40 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg sind bei Verstößen fällig. Bisher hat die Stadt 10.000 Bußgeldbescheide verschickt. Beschwerden über existenzbedrohende Regelungen für Unternehmen weist Friedel zurück. „Eine Spirale von immer weitergehenden Fahrverboten muss verhindert werden“, hatte der Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin kürzlich verlangt. In Frankfurt hatte vor allem die Industrie- und Handelskammer anfangs protestiert, aber inzwischen ist es ruhig geworden. Insgesamt sei die Umsetzung der Umweltzone sehr ruhig verlaufen, es habe wenig Beschwerden gegeben, heißt es..

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare