Roth: Keine Orbanisierung

Festakt für Flüchtlingshelfer in der Paulskirche

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Frankfurt - Bei einem Festakt in der Paulskirche hat Frankfurt Flüchtlinge begrüßt und sich bei Helfern bedankt. Flüchtlings- koordinator Peter Altmeier (CDU) richtete sich per Video an die Gäste. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) nahm vor Ort teil.

In der symbolträchtigen Paulskirche hat Frankfurt gestern ein Willkommensfest für Flüchtlinge veranstaltet. Den haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern der Stadt sollte mit zahlreichen Schauspiel- und Musikdarbietungen Dank ausgesprochen werden. Das Fest stand unter dem Motto „Frankfurt hilft, Willkommen an die Flüchtlinge und Dank an die Helfer“. Peter Altmaier (CDU), Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, sagte seine Teilnahme kurzfristig ab. Er wendete sich stattdessen in einer Videobotschaft an die rund tausend geladenen Gäste in der Paulskirche. Mit Blick auf die Flüchtlinge sagte er: „Sie gehören jetzt zu diesem Land“.

Von einem „Zeichen“, das gesetzt werden müsse, sprach auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne). „In einer Zeit in der täglich Menschen im Mittelmeer ertrinken, können wir eine Orbanisierung der Politik nicht in Kauf nehmen“, sagte sie und meinte die abschottende Flüchtlingspolitik des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Roth ergänzte: „Wir erleben eine unglaubliche Hilfsbereitschaft in der Zivilgesellschaft. Wir erleben aber auch ein dunkles Deutschland, in dem Flüchtlinge Gewalt erleben und Unterkünfte angezündet werden.“ Es sei daher wichtig, dass die Zivilgesellschaft, wie in der Paulskirche, für die Demokratie eintrete. Auch Vertreter der Landesregierung und der Stadt waren anwesend. „Frankfurt hat die Willkommenskultur mit Leben gefüllt“, befand der Frankfurter Oberbürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung, Peter Feldmann (SPD). Aus der Willkommenskultur müsse nun eine Integrationskultur werden.

Willkommensfeste für Flüchtlinge gibt es landauf und landab in etlichen Kommunen - oft organisiert von Vereinen oder Kirchengemeinden. Einige Kommunen haben bereits den vielen Helfern ihren Dank ausgedrückt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) etwa lud Ehrenamtliche ins Rote Rathaus ein. In München sagten mehrere hochkarätige Bands und Musiker den Helfern mit einem kostenlosen Konzert auf dem Königsplatz „Danke“. Frankfurt verbindet den Dank an Helfer mit dem Willkommen der Schutzsuchenden und hatte sich bewusst die Paulskirche ausgesucht - das Symbol für Demokratie und Freiheit. In der Kirche machte unter anderem der Musiker Shantel sein Aufwartung. Organisiert wurde die Veranstaltung durch den Direktor des Varieté-Theaters Tigerpalast, Johnny Klinke, zusammen mit Michel Friedman (CDU).

dpa

Quelle: op-online.de

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