Pop-Rock-Band bespaßt Fans auf „Zimmer mit Blick“-Tour

Rotwein und „Revolverheld“ in der Batschkapp 

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Weiß ganz genau, wie er seine Fans begeistert: Johannes Strate.

Frankfurt - „Wir sind eine dumme Band“, sagt Johannes Strate, Sänger von Revolverheld. Obwohl die Hanseaten schon oft in der Batschkapp Frankfurt gespielt hätten, wisse keiner von ihnen, was eigentlich eine Batschkapp sei. Das Publikum kann helfen. „Eine Mütze“, heißt es vergnügt. Von Thomas Ungeheuer

Ohnehin zeigen sich die Fans an diesem Abend äußerst amüsiert von den Plaudereien des Künstlers, der in bester Laune herumalbert. Vielleicht liegt das am Rotwein, an dem er nippt. Stimmlich gibt’s keine Auswirkungen. Strate klingt so vital, wie man es von den fünf Studioalben gewohnt ist, die seit 2005 von der Pop-Rock-Band erschienen sind.

Die neue Platte „Zimmer mit Blick“ gibt den Titel der Tour vor. Mühelos trifft Strate alle Töne. In der Tat verfügt er über eine gute Atemtechnik. In sämtlichen Kompositionen wie „Spinner“, „Halt dich an mir fest“ oder „Ich lass für dich das Licht an“ dominieren anspruchsvolle Gesangslinien die Melodie.

Dennoch singen viele Fans nicht nur beim „Oh-Oh-Oh-Ohooo“ der Hymne „Das kann uns keiner nehmen“ mit. Kling etwas schief.

Na ja, allzu genau nimmt es ja auch Schlagzeuger Jakob Sinn nicht. Der trommelt während des Konzerts stets Bruchteile von Sekunden seinen Mitmusikern hinterher. Dem Publikum ist’s egal. Alle wollen Spaß am Fest, das Revolverheld feiert.

Archivbilder:

Shantel eröffnet die neue Batschkapp

Vor allem Strate und Kristoffer Hünecke (Gitarre) machen viele Scherze, die zu keiner Zeit gehobenes Niveau anstreben. Da passt es, dass der 38-jährige Frontmann inbrünstig „Ich werde nie erwachsen“ singt. Das hat eine Glaubwürdigkeit, die vielen anderen Liedern abgeht. Fast alle drehen sich ums Thema Liebe und nähern sich textlich den üblichen Floskeln des Schlagers an.

Als Strate vom Rotwein „mittelprächtig einen im Tee“ hat, begibt er sich zu seinen Fans. Er weiß genau, wann und mit welchen Mitteln er sein Publikum zur Begeisterung führen kann. Am Ende des anderthalbstündigen Konzerts bedankt er sich höflich dafür, mit „offenen Armen“ empfangen worden zu sein.

Quelle: op-online.de

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