Klangkunst bei der Route der Industriekultur

Klangwelten von Industriedenkmälern

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Der Peter-Behrens-Bau im Industriepark Höchst

Frankfurt - Wie klingen Gebäude? Haben sie einen eigenen Sound? Mit diesen Fragen beschäftigen sich sieben Klangkünstler. Von Christian Riethmüller

Die Künstler haben anlässlich der diesjährigen Route der Industriekultur (17. bis 26. Juli) Klanginstallationen für so markante Industriedenkmäler wie den Peter-Behrens-Bau im Industriepark Höchst oder den historischen Wasserturm in Jügesheim, für Museen in Großauheim und Darmstadt, für einstige Fabriken in Bad Homburg und Hattersheim sowie die Walkmühle in Wiesbaden geschaffen. Die Bandbreite der Arbeiten reicht dabei von großräumigen multimedialen Installationen bis zur Klangskulptur.

Für ihre Werke haben die Klangkünstler bei Zeitzeugen und aktuellen Verwaltern recherchiert, historische Klänge und Geräusche rekonstruiert oder diese mit aktuellen Tönen gemischt. Die Künstlerin Christina Kubisch etwa hat für ihre Installation „Listening to a Building“ mit dem Hausmeister des spektakulären Behrens-Baus zusammengearbeitet und mit ihm das 1924 eingeweihte, immer noch genutzte Verwaltungsgebäude erkundet. Dort ist immer noch ein Paternoster in Betrieb, und im Turm hängen zwei sonst nie geschlagene Glocken, die einst für ein Glockenspiel vorgesehen waren. Deren Geräusche, aber auch das Ticken einer Uhr, Schritte und Stimmen von Menschen sowie die Klänge einer historischen Glasharmonika hat Kubisch auf insgesamt zwölf Spuren aufgenommen und zu einer knapp 45-minütigen Klanginstallation gemischt.

„Der Behrens-Bau als expressionistisches Meisterwerk wird ja immer sehr visuell dargestellt. Mich interessierte die Ebene dahinter, die akustische“, sagt Kubisch. „Ich stellte mir die Frage, wie es wohl geklungen hat, als das Gebäude errichtet wurde.“ Das Resultat dieser Überlegungen kann am Samstag, 18. Juli, sowie am Samstag, 25. Juli, bei verschiedenen Führungen im Industriepark Höchst „nachgehört“ werden.

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Außer Kubisch sind noch sechs weitere Klangkünstler an dem Projekt „Klangkunst trifft Industriekultur“ beteiligt, das gemeinsam von Kulturfonds Frankfurt RheinMain und KulturRegion FrankfurtRheinMain getragen wird. In einer ehemaligen Papierfabrik in Bad Homburg ist am 25. und 26. Juli Julius Stahls Installation „Wellenformen“ zu erfahren. „Feurio!“ heißt eine Klangskulptur von Denise Ritter im Museum für Schriftguss, Satz und Druckverfahren in Darmstadt (am 17., 21., 23. und 24. Juli). Im Museum Großauheim hat Erwin Stache eine interaktive Installation eingerichtet (18. bis 19. und 25. bis 26. Juli). Eine interaktive Installation ist auch im Wasserturm Rodgau-Jügesheim zu erleben. „Tower of Resonance“ hat Helga Griffiths ihre Arbeit genannt (17., 18., 19., 24., 25. und 26. Juli). Auf dem Gelände einer ehemaligen Papierfabrik in Hattersheim hat Robin Minard einen Soundwalk installiert (17., 18., 19. , 24., 25. und 26. Juli). Und in der Walkmühle in Wiesbaden ist Jens Brands Arbeit „V/P“ zu erleben (17., 18., 19., 22., 24., 25. und 26. Juli). Für die meisten Installationen ist eine Anmeldung erforderlich. Infos, auch zu Adressen und Öffnungszeiten gibt es Internet.

Quelle: op-online.de

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