Frankfurter Hof in Mainz

Rückkehr der Jugendhelden

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Die in Mainz lebende Jazzpianistin Aziza Mustafa Zadeh begleitete den Frankfurter Hof von seinen Anfängen bis heute – und sorgt für gute Vernetzung in die Jazzszene.

Mainz - Der Frankfurter Hof ist eine der ersten Adressen für Live-Musik in der Region. Mit Veranstaltungen wie dem Zeltfestival oder den großen Open-Airs auf der Zitadelle und im Zollhafen bedient die Institution ein großes Einzugsgebiet. Von Detlef Kinsler

Am 10. März wird in Mainz Geburtstag gefeiert. Denn vor 25 Jahren wurde an diesem Tag der Frankfurter Hof eröffnet. Das erste Ständchen bringt Aziza Mustafa Zadeh mit ihrem Trio. Und das hat einen guten Grund. Die aserbaidschanische Jazz-Pianistin lebt seit 1989 in Mainz. „Sie hat schon 1991 im Frankfurter Hof gespielt, wir haben sie auch außerhalb des Hauses veranstaltet, sie hat dann später das Zeltfestival miteröffnet und uns gute Jazzkontakte vermittelt“, erläutert Ludwig Jantzer die Verbundenheit des Kulturzentrums mit der Künstlerin. Der 60-Jährige hat als verantwortlicher Programmplaner alles hautnah miterlebt. Er ist ein Mann der ersten Stunde. Seine Zeit als Stadtjugendpfleger kam ihm dabei zu Gute, auch die Erfahrung in Organisation und Leitung des Open-Ohr-Festivals sowie Jobs bei einer renommierten Konzertagentur.

„Da dachten sie sich bei der Stadt wohl, dem geben wir dem mal eine Chance“, kramt Jantzer in Erinnerungen. Der Anspruch an die Kulturarbeit im neuen Haus war schnell formuliert. Mit einem vielfältigen, anspruchsvollen Programm wollte man nicht nur die Bewohner der Landeshauptstadt, sondern gleich die ganze Region beglücken. „Mit einem Mix aus Jazz und Weltmusik über Theater und Kabarett bis Pop. Für alle Altersgruppen“, erläutert Jantzer. Um diese große Bandbreite auch beim Jubiläum richtig präsentieren zu können, stehen der März und auch noch der April im Zeichen der Festlichkeiten. Mit illustren Namen wie Noa & Gil Dor, Bosse, Johann König, Silje Nergaard, Bastian Pastewka und vielen anderen mehr.

Das schnell erarbeitete Renommee des ehemaligen Saalbaus in der Altstadt brachte Angebote, die sich im bestuhlt 500 Besuchern Platz bietenden Raum nicht realisieren ließen. „Außerdem kamen im Sommer weniger Gäste in den Saal, also beschäftigten wir uns mit der Idee, nach draußen zu gehen“, orientierten sich Jantzer und sein Team an erfolgreichen Konzepten in Kassel, Karlsruhe und Freiburg.

So stellten sie 1997 zum ersten Mal ein Zelt für bis zu 3 000 Menschen in den Mainzer Volkspark. Die Premiere bestritten unter anderem Sinéad O’Connor, Al Jarreau, Helge Schneider und Youssou N’Dour. „Wir haben mit diesem Angebot offene Türen eingerannt“, erinnert sich Jantzer. „Die Leute haben auf ein attraktives Programm im Sommer gewartet.“ Damit konnten die Mainzer den Frankfurtern locker die Show stehlen. Bis 2009 kamen 250 000 Besucher zu ca. 150 Veranstaltungen.

Zwei Jahre nach dem Ende des Mainzer Zeltfestivals hieß das neue Projekt „Summer In The City“. Seither werden neben dem Volkspark (ohne Zelt) auch der Domplatz, die Zitadelle und die Nordmole im Zollhafen bespielt. Kapazitäten von 5 000 bis 12 000 Plätzen erlauben Gastspiele von bekannten Künstlern wie Peter Gabriel, Patti Smith, Bob Dylan, Santana, Bryan Adams, Sting, Fanta 4 und auch Helene Fischer. „In allen Sparten auf hohem Niveau“, kommentiert Jantzer. „Im Laufe der Jahre konnte ich auch viele meiner Jugendhelden wie Bob Dylan und Neil Young begrüßen. Dann ist dann schon recht bewegend.“ Und Sting konnte er mit alten Police-Postern überraschen. Das Trio hatte Jantzer schon 1981 bei einem Gig in Rüsselsheim unter seinen Fittichen.

Quelle: op-online.de

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