Rückkehr des Maifischs

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Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger und ihr nordrhein-westfälischer Amtskollege Eckhard Uhlenberg zeigen am Rhein bei Wiesbaden das Modell eines ausgewachsenen Maifisches. Im Bild oben sind die Larven zu sehen.

Wiesbaden - Der vor 100 Jahren im Rhein verbreitete Maifisch soll in den Fluss zurückkehren. In diesen Tagen werden in Hessen rund 1,5 Millionen Fischbabys ausgesetzt, wie das hessische Umweltministerium in Wiesbaden mitteilte. Die wenige Wochen alten Fische sind so groß wie Kaulquappen und stammen aus der südwestfranzösischen Partnerregion Hessens, der Aquitaine.

Wir wollen, dass Maifische wieder in den Rhein einwandern“, sagte Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU), die nach Angaben des Ministeriums zusammen mit ihrem nordrhein-westfälischen Amtskollege Eckhard Uhlenberg (CDU) in Wiesbaden einige hundert junge Maifische in die Fluten des Rheins entließ.

Der heringsartige Maifisch, der bis 70 Zentimeter lang werden kann, ist wie der Lachs ein Wanderfisch. Aus dem Meer kommt er nur in die Flüsse, um sich fortzupflanzen und anschließend zu sterben. In warmen Mainächten laichen die Fische auf Kiesbänken, schon nach wenigen Tagen schlüpfen die kleinen Maifische aus den Eiern. Von der Strömung lassen sie sich in den warmen Sommermonaten die Flüsse abwärts bis ins offene Meer hinaus treiben.

Bis zum Jahr 2010 sollen fünf Millionen junge Maifische im Rhein ausgesetzt werden. 10 bis 15 Jahre werde es dauern, bis sich eine selbst tragende Population entwickelt habe. Die Lebensbedingungen für Fische im Rhein hätten sich deutlich verbessert, so dass sich viele verschwundene Arten von allein wieder ansiedelten. „Bei manchen Langstreckenwanderfischen, wie dem Lachs und dem Maifisch, muss der Mensch etwas unterstützend eingreifen“, sagte Ministerin Lautenschläger.

In Hessen hatte der Maifischfang eine lange Tradition und war eine unverzichtbare Einnahmequelle der Rhein- und Mainfischer. Auf dem Frankfurter Fischmarkt war frischer Maifisch immer im Angebot. Wasserverschmutzung, der Bau von Staustufen und Überfischung ließen die einst häufige Fischart Anfang des 20. Jahrhunderts verschwinden. Heute sei die Wasserqualität wieder so wie in der Zeit um 1900, sagte Lautenschläger.

An dem Wiederansiedlungsprojekt sind neben Hessen und Nordrhein-Westfalen auch Frankreich und die Niederlande beteiligt. Die Gesamtkosten von einer Million Euro werden zur Hälfte von der EU getragen. 2008 waren bereits 500 000 Maifische in Hessen und Nordrhein-Westfalen ausgesetzt worden.

dpa

Quelle: op-online.de

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