Rückkehr in den Turm

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Der sanierte Kuhhirtenturm in Sachsenhausen.

Frankfurt - Fast 50 Jahre nach seinem Tod zieht Paul Hindemith wieder in den Frankfurter Kuhhirtenturm. Nach aufwendiger Restaurierung wird nun im Wehrturm in Alt-Sachsenhausen eine Dauerausstellung über den Komponisten informieren.

Hindemith hat mit seiner Frau in dem historischen Gemäuer zwischen 1923 und 1927 gelebt und gearbeitet. Hindemith gehört den bedeutendsten Avantgarde-Komponisten des 20. Jahrhunderts. Im Turm entstand auch die Oper „Cardillac“. Dort will das Frankfurter Hindemith-Institut künftig auch Kammerkonzerte organisieren. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) eröffnete gestern offiziell den Turm, den die Stadt für 800.000 Euro sanieren ließt.

Der Turm, der zu den Wahrzeichen von Sachsenhausen gehört, war einst Teil der Stadtmauer. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Teil beschädigt, später war dort auch ein Jugendclub untergebracht. Jetzt sind dort Originalexponate wie Hindemiths „Viola d’amore“ oder seine Modelleisenbahn zu sehen.

Der 1895 in Hanau geborene Hindemith wurde schon im Alter von 20 Jahren Konzertmeister an der Frankfurter Oper. 1927 ging er nach Berlin. 1936 wurden seine Werke in Nazi-Deutschland verboten. Hindemith emigrierte in die USA und ließ sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Schweiz nieder. 1963 starb er in Frankfurt.

Der Turm ist jeden Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro: Heute und morgen ist das Hindemith-Kabinett kostenlos zu besichtigen. Infos zu Konzerten und Führungen auf der Turm-Internetseite.

Vom Hindemith-Kabinett erhofft sich die Stadt auch eine kulturelle „Aufwertung“ des angrenzenden Vergnügungsviertels in Alt-Sachsenhausen, wie Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) sagte. Prunkstück des Turms ist das Musikzimmer, ein offener Dachraum unter der Turmhaube. Dort steht sogar ein kleiner Flügel, der im Zuge der Sanierung übers Dach hineingehievt wurde. Für Besucher der künftigen Konzerte gibt es allerdings nur 25 Stühle - es ist eben eng im Turm. Karten wird es also nur auf „Vorbestellung“ geben, wie Prof. Hans-Dieter Resch von der Hindemith-Stiftung sagte.

dpa

Quelle: op-online.de

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