Frankfurter Opernball

Runter mit dem Steifegrad

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Er wagt sich an die Wiederbelebung des Frankfurter Opernballs: Musikmanager und Casting-Juror Thomas M. Stein.

Frankfurt/Neu-Isenburg - In diesem Jahr ist er ausgefallen, aber 2014 wird es in Frankfurt höchstwahrscheinlich wieder einen Opernball geben. Von Michael Eschenauer

„Ein Ball bleibt immer ein Ball, aber es ist möglich, mal etwas Neues zu wagen“, sagte gestern der Musikmanger und Juror in Casting-Shows, Thomas M. Stein, der die künstlerische Leitung übernommen hat. „Mein Opernball Frankfurt“ steigt am 22. Februar 2014.

„Wir wollen den Steifegrad herausnehmen und eine charmante Veranstaltung machen“, sagte Stein bei der Vorstellung des Konzepts in Neu-Isenburg. Bis zu 3000 Gäste - mit Tickets für Preise zwischen 200 und 1800 Euro in der Tasche - wollen die neuen Macher des von Vorgänger Manfred Pasenau seit 1981 veranstalteten Tanzfestes in der Alten Oper empfangen. Bisher bewegte sich die Besucherzahl bei etwas über 2000. Pasenau ging in die Insolvenz.

„Was Klassik ist, bestimme ich“

Obwohl viele Details noch nicht klar sind: Man wolle den Faden der Frankfurter Balltradition wiederaufnehmen, verrät der Impresario, ohne sich auf Kritik am Vorgängerkonzept einzulassen. Gleichzeitig will man ein neues Publikum gewinnen. Wichtig ist den Machern die Ausrichtung an lokalen und regionalen Künstlern und Musik-Stilen.

Nach dem Motto: „Was Klassik ist, bestimme ich“ (Stein) soll das Programm Hörbares aus Klassik und Pop bieten. Veranstalter ist die Berliner La Valse GmbH. Sie beauftragte für die Organisation die Berliner Flaskamp Ummen AG. Die ist seit 2006 auch für den Dresdner Semperopernball tätig. Der Mietvertrag mit der Alten Oper läuft über fünf Jahre. Deren Intendant und Geschäftsführer, Stephan Pauly, freute sich jüngst in der „Welt“, ein etabliertes Team gewonnen zu haben, das einen Neuanfang ermögliche.

Keine „Veranstaltung für Großkopfeten“

„Alte Oper - Neuer Ball“ - das Grundkonzept aber bleibt: Im Großen Saal wird es bis 22 Uhr ein Haupt-Programm geben. Es soll sich um zwei Moderatoren ranken - die allerdings noch nicht feststehen. Laut Stein sollen diese hochkarätigen Persönlichkeiten „Gäste und Freunde“ mitbringen und so das Programm maßgeblich prägen.

Das neue Konzept bemüht sich, das Elitäre abzustreifen. So sollen lokale Künstler im Foyer ausstellen, es wird eine Live-Übertragung auf den Opernplatz geben und für Nachtschwärmer unter 25 Jahren gibt es ab Mitternacht eine 50-Euro-Karte.

Stein betonte mehrfach, man wolle keine „Veranstaltung für Großkopfeten“ sein. Bei den bisherigen Bällen waren Tickets nur über eine persönliche Einladung zu bekommen. Der Hessische Rundfunk als Partner von „Mein Opernball“ wird über die Veranstaltung am Folgetag berichten.

Bilder vom Opernball 2012 in Frankfurt

Opernball in Frankfurt

Wiederbelebt werden soll auch der vom Wiener Opernball bekannte „Einzug der Debütanten“. Junge Tänzer und Paare aus der Rhein-Main-Region können sich in den kommenden Wochen im „TanzCentrum Bäppler-Wolf“ casten lassen.

Während die Frage des Hauptprogramms noch der Details harrt, ist man auf den Neben-Schauplätzen schon weiter. So will man im Mozartsaal und im Foyer mit zwei Könnern der Musikszene aufwarten. Der Entertainer Marc Marshall wird mit seinem aus Baden Baden bekannten „Mr. M’s Jazz Club“ Unterhaltungs-Jazz mit Spitzenpersonal bieten. Club-Feeling verspricht der „Snap!“-Produzent und „Omen“-Chef Michel Münzing.

Tickets ab 15. Juli

Quelle: op-online.de

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