S-Bahn-Ausbau wegen Lärmschutz vor Gericht

Kassel - Anwohner und Grundstückseigentümer haben gegen den geplanten Ausbau der S-Bahn zwischen Frankfurt und Bad Vilbel Klage eingereicht. Bei dem Verfahren spielt der Lärmschutz eine wesentliche Rolle.

Vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel hat am Dienstag die Verhandlung über den geplanten Ausbau der S-Bahn zwischen Frankfurt und Bad Vilbel begonnen. Dabei geht es um die Klagen von Anwohnern und Grundstückseigentümern gegen den Planfeststellungsbeschluss, der die Erweiterung der Strecke um zwei auf vier Gleise vorsieht. Lärmschutz spielt bei dem Verfahren eine wesentliche Rolle.

Kläger zweifeln nach Angaben eines Gerichtssprechers die Lärmberechnung der Planer an. Klagen richteten sich auch gegen den zu erwartenden Baulärm und mögliche Schäden an Gebäuden wegen der Erschütterungen entlang der Strecke. Schließlich müssen sich die obersten hessischen Verwaltungsrichter auch mit der Frage beschäftigen, welche Auswirkungen die geplanten Lärmschutzwände auf die Sonneneinstrahlung auf Grundstücke haben.

Außerdem gehe es um die Frage, ob der Planfeststellungsbeschluss mit dem Wasser- und Naturschutzrecht vereinbar sei. Mit dem Ausbau der Strecke soll die Pünktlichkeit der Züge verbessert werden. „Derzeit teilen sich S-Bahnen und Güterzüge die Gleise. Dies beeinträchtigt die Pünktlichkeit der S-Bahnen“, sagte Wolfgang Harms vom hessischen Wirtschaftsministerium.

Die S-Bahnen halten an jeder Station und werden von durchfahrenden Güterzügen überholt. Verspätungen der Güterzüge übertragen sich auf die S-Bahnen, weil diese warten müssen und so auch unpünktlich werden. Auf den beiden neuen Gleise sollen nur S-Bahnen fahren. Der Bau des 12,6 Kilometer langen ersten Streckenabschnitts sollte ursprünglich 2010 beginnen und Ende 2013 fertiggestellt sein. Ein zweiter Abschnitt ist bis Friedberg geplant.

Das Projekt ist Teil des Plans Frankfurt-Rheinmain-plus. Die Anwohner, die gegen den Planfeststellungsbeschluss klagen, befürchten vor allem mehr Güterverkehr auf der Strecke. Dieses Szenario wird vom Ministerium auch nicht bestritten, denn „auf den bestehenden Gleisen werden ja Kapazitäten frei“. Der VGH will auch am Mittwoch verhandeln. Ob es dann eine Entscheidung gibt, war am Dienstag offen.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare