Neue Scheiben, Sitzpolster und Technik für zehn Jahre alte Züge

S-Bahn-Flotte wird modernisiert

+

Frankfurt/Offenbach - Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Deutsche Bahn setzen verstärkt auf die Modernisierung der S-Bahn-Flotte.

Parallel zur bereits erfolgten Bestellung von 91 Neufahrzeugen für die S-Bahn Rhein-Main, die ab Fahrplanwechsel 2014 auf den Linien S1, S7, S8 und S9 eingesetzt werden, hat die Modernisierung der auf den Linien S2 bis S6 eingesetzten Züge der Baureihe ET 423 (siehe Foto) begonnen.

Seit zehn Jahren sind sie im Einsatz. Jetzt werden sie „aufgehübscht“. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV, und Peter Rumpf, Leiter der S-Bahn Rhein-Main, präsentierten das erste umgebaute Fahrzeug der Baureihe ET 423 gestern in der S-Bahn-Werkstatt Frankfurt. „Ich freue mich, dass unsere S-Bahn-Flotte mit der neuen Innenausstattung der ET 423 und den 2014 dazu kommenden ET 430 insgesamt deutlich moderner wird. Die Fahrgäste werden dann den Unterschied zwischen den beiden Typen vermutlich kaum noch bemerken“, so Rumpf.

Neue Scheiben, Sitzpolster und Technik

Für das moderne Erscheinungsbild sorgen neue Scheiben, frisch beschichtete Decken und Wandverkleidungen sowie neue Sitzpolster. Damit die Züge auch äußerlich in neuem Glanz erstrahlen, wurden Kratzer und Beulen beseitigt und der Lack aufgefrischt. Das Fahrzeug bietet 184 Sitzplätze sowie 352 Stehplätze. An allen Sitzgruppen wurden zusätzliche Haltestangen eingebaut.

Hinter dem Führerraum befindet sich an beiden Fahrzeugenden ein variabel nutzbarer und barrierefreier Mehrzweckraum. Der Rollstuhlplatz ist mit einer Sprechstelle ausgerüstet. Daneben oder an der gegenüberliegenden Fahrzeugseite befindet sich ein Begleitersitz. Darüber hinaus bietet der Mehrzweckraum Platz für Fahrräder und Kinderwagen. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sind sowohl im Fahrzeuginneren als auch auf beiden Fahrzeugseiten außen in unmittelbarer Nähe der jeweils ersten Tür hinter dem Führerraum spezielle Anforderungstaster mit einem Rollstuhlsymbol eingebaut. Zur Überbrückung des Höhenunterschieds zwischen Fahrzeug und den zum Teil nur 76 Zentimeter hohen Bahnsteigen wird eine mobile Einstiegshilfe für Rollstuhlfahrer mitgeführt.

Mehr Sicherheit für die Fahrgäste soll die Videoaufzeichnung im Fahrgastraum bieten. Die Bilder werden 72 Stunden gespeichert. Sollten innerhalb der Zeit Vorkommnisse gemeldet werden, können die Aufzeichnungen zur Beweissicherung ausgewertet werden. Zudem ist das Fahrzeug für ein erweitertes Fahrgastinformationssystem mit Fahrplaninformationen und Anschlussmöglichkeiten in Echtzeit vorbereitet. Es wird ergänzt durch ein Infotainment-System, das die Fahrgäste auf jeweils zwei Monitoren je Fahrzeugteil mit Informationen rund um die Bahnreise versorgt.

Fliegender ICE

Fliegender ICE

psh

Quelle: op-online.de

Kommentare