Salafisten verteilen Koran

+
Ein Salafist haelt in Offenbach während einer Verteilaktion von kostenlosen Koranexemplaren einen Koran in den Haenden

Offenbach/Fulda/Darmstadt/Kassel - Mitglieder einer als radikal eingestuften islamischen Gruppierung haben in Fußgängerzonen den Koran kostenlos verteilt. In zahlreichen Städten verschenkten Salafisten das islamische Gebetsbuch.

Die als radikal islamisch eingestuften Salafisten haben gestern in den Fußgängerzonen mehrerer hessischer Städte kostenlose Koran-Exemplare verteilt. Die Salafisten hatten in Fulda, Offenbach, Darmstadt und Kassel ihre Info-Stände aufgestellt. Die Aktionen liefen unproblematisch, berichteten die Polizeistationen. Bei den Passanten sei das Interesse nur gering. Die Aktionen waren zuvor heftig kritisiert worden, weil extremistische Umtriebe befürchtet werden. In Wiesbaden wurden entgegen erster Ankündigungen keine Exemplare verteilt.

Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) wies Forderungen zurück, die Verteilaktion generell zu verbieten. „Das ist juristisch gesehen Unfug. Wenn beispielsweise auf der Frankfurter Zeil ein Koran verschenkt wird und dabei keine Gesetze verletzt werden, lässt sich dagegen gar nichts machen", sagte er der Zeitung "Die Welt" (Samstag). Allerdings würden salafistische Gruppierungen von den Sicherheitsbehörden engmaschig überwacht. „Sobald uns gesicherte Erkenntnisse vorliegen, dass die Grenze von der Ausübung der Religionsfreiheit zur Verfassungswidrigkeit überschritten ist, würden wir eingreifen. Das kann bis zu einem Vereinsverbot gehen."

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi hält es in einer Mitteilung für „bedenklich, wie stark salafistische Extremisten versuchen, ihren Einfluss in Deutschland auszuweiten". Die Grünen im Landtag forderten, dass die Landesregierung in der Parlamentarischen Kontrollkommission für Verfassungsschutz über ihre Erkenntnisse der Salafisten-Aktion berichtet.

Der Salafismus ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes ein Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten und hat in Deutschland rund 2500 Anhänger.

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare