Die Lärmentgelte am Frankfurter Flughafen sind gestaffelt und müssen in Infrastruktur, Schallschutz und Sicherheit fließen

Satte Zuschläge für die Krachmacher

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Lärmmessung am Flughafen: Je lauter, desto teurer.

Frankfurt - Die sogenannten Lärmentgelte am Frankfurter Flughafen steigen im neuen Jahr um durchschnittlich 3,2 Prozent - für besonders laute Maschinen um 8, für leise nur um 2,7 Prozent. Was hat es mit diesen Lärmentgelten auf sich? Von Ralf Enders 

Die Fraport AG baut, unterhält und betreibt die Infrastruktur am Flughafen, die von Airlines und Passagieren genutzt wird: Start- und Landebahnen, Vorfeldflächen oder Terminals. Gleich mehrere Flughafenentgelte sind zur Finanzierung dieser Infrastruktur da, etwa Passagier-, Sicherheits- sowie die Lande- und Startentgelte, in denen die Lärmentgelte enthalten sind. Neben der Infrastruktur fließen sie auch in den Schallschutz und die Sicherheit.

Die Entgelte müssen Fraport zufolge „in unmittelbarem Zusammenhang mit den tatsächlichen Investitions- und Betriebskosten stehen“. Heißt: Sie müssen begründet sein und dürfen nicht nach Gutdünken festgelegt werden. Fraport-Sprecher Christopher Holschier: „Da gibt es keine Gewinnerzielungsabsicht, sondern eine behördlich geregelte Daseinsvorsorge“. Laut Paragraph 19b des Luftverkehrsgesetzes sind die Entgelte von der Landesluftfahrtbehörde - im Frankfurter Fall das hessische Wirtschaftsministerium - zu genehmigen.

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Die Lärmentgelte - und hier besteht die Möglichkeit der politischen Einflussnahme - sind gestaffelt, um wirtschaftliche Anreize für leisere Flugzeuge zu schaffen. Je lauter eine Maschine ist, desto teurer wird es. Das kann im Jahr mehrere Hunderttausend Euro ausmachen. Holschier zufolge zahlt etwa eine alte Boeing 747-400 in Frankfurt pro Start und Landung künftig 2 173 Euro, eine moderne 747-8 dagegen nur 1 292 Euro. Fliegt eine Maschine täglich Frankfurt an, kommt so im Jahr ein sechsstelliger Betrag zusammen, zumal es an anderen Flughäfen ähnliche Entgelte gibt.

Fraport legt jedoch Wert darauf, Vorreiter in Sachen Lärmentgelte zu sein. Seit den 90er-Jahren werde der Flugzeuglärm bei den Entgelten berücksichtigt, seit 2001 gebe es in Frankfurt als erstem deutschen Flughafen auf dem tatsächlich gemessenen Lärm basierende Lärmentgelte. Berechnungsgrundlage sind 16 Lärmkategorien, in die jeder Flugzeugtyp eingestuft wird. Zudem gibt es einen Zuschlag für die sogenannten Nachtrandzeiten, damit möglichst viele Flüge am Tag stattfinden.

Seit 2012 hat sich das Lärmentgelt in Frankfurt um 120 Prozent erhöht. 2013 hat Fraport insgesamt etwa 700 Millionen Euro an Flughafenentgelten eingenommen, dem Unternehmen zufolge waren davon 14 Prozent Lärmentgelte. Ein mehrjähriger Vertrag, der nach Beratungen mit den Fluggesellschaften mit dem Ministerium geschlossen wurde, sieht eine jährliche Steigerung um 2,9 Prozent vor. Gewinne erzielt der Flughafenbetreiber woanders, etwa bei den Fraport-Flughäfen im Ausland oder mit dem Einzelhandel. Rund 60 Prozent des operativen Ergebnisses macht Fraport mittlerweile mit dem Immobilien- und Einzelhandelsgeschäft, also der Vermietung von Ladenflächen und der Beteiligung an den Ladenumsätzen.

Quelle: op-online.de

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