Absurdes Urteil

Hinweis auf Gesetzesverstoß wird teuer

Frankfurt - Das nächste Mal wird sich zweimal überlegen, ob er auf Gesetzesverstöße aufmerksam macht: Weil ein Personalberater das rechtswidrige Verhalten einer Firma öffentlich machte, muss er nun Schadenersatz zahlen.

Weil er auf einen Gesetzesverstoß eines Unternehmens hingewiesen hat, ist ein Personalberater zu mehreren tausend Euro Schadenersatz verurteilt worden. Der Mann war vergangenes Jahr von einem Maschinenbau-Unternehmen beauftragt worden, einen geeigneten Bewerber für den Posten eines technischen Verkäufers zu finden, wie das Oberlandesgericht Frankfurt mitteilte. Der Berater suchte eine Frau aus, erfuhr aber von dem Unternehmen, dass es keine Frau auf der Position haben wollte.

Dies teilte er der abgelehnten Bewerberin mit und riet ihr, wegen eines Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zu klagen. Tatsächlich erhielt die Frau in einem Vergleich 85000 Euro Entschädigung.

Das Unternehmen verklagte daraufhin den Personalberater und forderte Schadenersatz in Höhe von insgesamt 11.500 Euro, da ihm die Information über die Ablehnung der Frau vertraulich mitgeteilt worden sei. Das Landgericht Frankfurt hatte die Klage noch abgewiesen, das Oberlandesgericht (OLG) gab der Firma nun teilweise recht. Der Berater muss aber nur ein Drittel des Schadens begleichen, da sich das Unternehmen ein "überwiegendes Mitverschulden" anrechnen lassen müsse. Das Urteil ist nicht anfechtbar.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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