Schauspiel Frankfurt stellt Vorhaben für neue Spielzeit vor

Schauspiel Frankfurt stellt Vorhaben für neue Spielzeit vor

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Oliver Reese geht in seine vorletzte Spielzeit als Intendant am Frankfurter Schauspiel

Frankfurt - „Fluchträume und Gegenwelten“ lautet das Motto für die Spielzeit 2015/16 am Frankfurter Schauspiel, die vorletzte des Intendanten Oliver Reese, bevor er ans Berliner Ensemble wechselt. Von Stefan Michalzik 

Reese und seine Dramaturgie beschwören das Theater als „Möglichkeitsraum für eine Welt“, der Wirklichkeit verändern kann. Zum anderen setzt man sich mit virtuellen Welten und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinander. Unter den 27 Premieren sind acht Uraufführungen, neben originären Theatertexten wiederum auch Bearbeitungen von Roman- und Filmstoffen.

Eröffnet wird Mitte September mit „Die Geschichte vom Franz Biberkopf“, einer Radiofassung des Romans „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin. Stephanie Mohr inszeniert, mit Sascha Nathan in der Titelrolle; die Musik spielt das britische Trio The Tiger Lillies. Es folgt in den Kammerspielen „Die Leere nach dem Fest“ von dem für magische Raumschöpfungen bekannten Belgier Hans Op de Beeck.

Reese inszeniert für das Große Haus ein Doppel an zwei Abenden: Kleists „Der zerbrochene Krug“ sowie „Terror“, Theaterdebüt des Strafverteidigers und Schriftstellers Ferdinand von Schirach, sollen mit annähernd gleichen Ensemble und Bühnenbild gespielt werden. Einendes Motiv: Das Verhältnis von Staat und Individuum.

Jürgen Kruse Regisseur bei „Leonce und Lena“

Mit „Leonce und Lena“ in der Regie von Jürgen Kruse macht das Schauspiel seine Beschäftigung mit Büchners dramatischem Werk komplett. Die Eheleute Corinna Kirchhoff und Wolfgang Michael stellen eines der beiden Paare in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ von Edward Albee dar, mit Stephan Kimmig am Regiepult. Michael Thalheimer wird seine Arbeit in Frankfurt mit Kleists „Penthesilea“ und seiner Stammprotagonistin Constanze Becker fortsetzen. Die Deutschsprachige Erstaufführung des Stücks „George Kaplan“ des Franzosen Frédéric Sonntag besorgt Alexander Eisenach in den Kammerspielen, Absolvent des RegieStudios genau wie Johanna Wehner, die Felicia Zellers „Eine überflüssige Frau“ als Uraufführung bringt. Bastian Kraft beendet mit „Schuld und Sühne“ im Schauspiel die Dostojewski-Trilogie; Andreas Kriegenburg riskiert mit „Der Sturm“ einen Shakespeare.

Mit „Die Netzwelt“ der Amerikanerin Jennifer Haley liefert Bernhard Mikeska einen Beitrag zum Schwerpunkt, wohl gänzlich ohne Einsatz neuer Technologie. Zwei weitere Positionen dazu stehen im Bockenheimer Depot an: Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ setzt Jorinde Dröse um, Christopher Rüping geht „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess an. „Revue!“ lautet der aussagekräftige Arbeitstitel für das sommerliche Finale von und mit Rainald Grebe. Jahr für Jahr ein neuer Zuschauerrekord - eine Abweichung würde einen bei Oliver Reese wundern. Die Auslastung lag bis einschließlich März bei 90,2 Prozent.

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Quelle: op-online.de

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