Kreis Darmstadt-Dieburg

Peter Schellhaas bleibt Landrat

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„Du bist es!“ Dieburgs parteiloser Bürgermeister Dr. Werner Thomas (rechts), der für die CDU antrat, gratuliert Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) zur erfolgreichen Wiederwahl.

Darmstadt-Dieburg - Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) ist gestern mit 65,1 Prozent der Stimmen eindeutig im Amt bestätigt werden. Sein größter Konkurrent, der Dieburger Bürgermeister Dr. Werner Thomas, der für die CDU antrat, konnte mit 27,9 Prozent der Stimmen kaum punkten. Von Lisa Hager und Klaus Holdefehr

Zwei Sozialdemokraten hatten gestern Abend allen Grund zu feiern: Landrat Klaus Peter Schellhaas, den die Wähler mit beeindruckenden 65,1 Prozent in eine zweite Amtszeit geschickt haben, und Reinheims Bürgermeister Karl Hartmann, der den Genossen an der Kreisspitze mit 70,2 Prozent sogar noch übertraf und an alte Margen anknüpfte. Nicht gänzlich zufrieden dürfte Roßdorfs wiedergewählte Bürgermeisterin Christel Sprößler sein, die mit 60,3 Prozent zwar deutlich gewann, aber ihren 74,6-Prozent-Erfolg vor sechs Jahren nicht wiederholen konnte. Allen Landratskandidaten gemeinsam ist das Bedauern über eine weiter zurückgegangene Wahlbeteiligung: 2009 waren es noch 31,7 Prozent, jetzt sind es nur noch 29,2 Prozent.

Schon früh wird auf der großen Projektionswand im Kreistags-Sitzungssaal die Tendenz deutlich: Wer angesichts von vier Kandidaten wenigstens auf eine Stichwahl gesetzt hatte, würde diese Wette wohl verlieren. Zu deutlich fallen schon die ersten Ergebnisse für Klaus Peter („Pit“) Schellhaas aus - fast durchweg mit einer Sechs vornedran, manchmal auch einer Sieben, wie nicht zuletzt in Teilen von Babenhausen. Langstadt wartet sogar mit fast 85 Prozent für den Amtsinhaber auf. Und selbst in Schaafheims sonst so konservativen Ortsteilen Radheim und Mosbach, wo Schellhaas vor sechs Jahren noch ziemlich mau abschnitt, liegt er nun deutlich vorn.

Sein Gegenkandidat Dr. Werner Thomas holt erwartungsgemäß seine besten Ergebnisse in Dieburg, wo er weithin beliebter Bürgermeister ist. Über 40 Prozent können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gesamtergebnis für den 61-Jährigen mit 27,88 Prozent hinter den Erwartungen des parteilosen Kandidaten und der ihn stützenden CDU zurückbleibt. Ziemlich abgeschlagen landen der Unabhängige Christoph Zwickler bei vier Prozent, der 56-jährige Pirat Peter Löwenstein ist mit seinen 2,9 Prozent nicht zufrieden und stellt in einer ersten Analyse fest, dass es ihm wohl nicht gelungen sei, seine Inhalte ausreichend zu vermitteln. Der 52-jährige Zwickler, der sich bei seinem Eintreffen im Kreistagssaal noch bei knapp fünf Prozent wähnen darf, ist hingegen damit recht zufrieden und kündigt für den weiteren Abend an, dass er gleich beginnen wird, seine Wahlplakate zu demontieren.

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Lauter Applaus brandet auf, als Schellhaas den Saal betritt – an seiner Seite die Frau, die überall nur noch „Melanie“ heißt, und Schellhaas-Tochter Jana. Der so eindrucksvoll wiedergewählte Landrat muss sich erst einmal einen Weg durch die vielen Gratulanten bahnen, unter denen die Grünen zu den herzlichsten gehören, und geht dann zielstrebig zu dem wohlbekannten Rednerpult des Kreisstagssaals. Von dort kann er sich bei allen bedanken, die ihm gratuliert, die ihn unterstützt und die ihn gewählt haben. Das Ergebnis wertet er selbstbewusst als Bestätigung seiner Arbeit in den vergangenen sechs Jahren. Emotional schildert er, wie sehr er sich in den letzten Wochen vor dem Wahltermin von seinen Unterstützern getragen gefühlt hat, würdigt auch einen im Großen und Ganzen fairen Wahlkampf. Er merkt aber auch an, dass der von Mitbewerber Thomas mehrfach ausgesprochene Vorwurf der „Unaufrichtigkeit“ nicht hätte sein müssen. Thomas wiederum hat sein schlechtes Abschneiden anscheinend inzwischen verdaut und zeigt eine Twitter-Nachricht auf seinem Mobiltelefon. Dort steht in aller Kürze: „Herzlichen Glückwunsch. Gut für Dieburg.“ Trotz der Landratsniederlage freut er sich jetzt auf die noch zweieinhalb Jahre als Dieburger Bürgermeister: „Das werde ich mit aller Begeisterung machen.“

Quelle: op-online.de

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